Kleine neue Bienenfreunde in Bottrop

Die Knirpse Mimon (v. l.), Emre, Selin, Enes, Damla und Destina basteln mit Lesepate Hans-Peter Hahn (v. l.), Siddika Celik und Claudia Wetzke vom AWO-Familienzentrum „Hand in Hand“ sowie Lesepatin Martina Zajec.
Die Knirpse Mimon (v. l.), Emre, Selin, Enes, Damla und Destina basteln mit Lesepate Hans-Peter Hahn (v. l.), Siddika Celik und Claudia Wetzke vom AWO-Familienzentrum „Hand in Hand“ sowie Lesepatin Martina Zajec.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Die von der Glücksspirale unterstützten Projektwochen gibt es seit 2014
  • Über 30 Lesepaten sind in Bottrop ehrenamtlich im Einsatz
  • Ihre Ausbildung umfasst viermal fünf Stunden Theorie plus eventuelle Nachschulungen

Bottrop..  Bssssssssss!!! Welches Geräusch die Biene macht, wussten Mimon, Emre, Selin, Enes, Damla, Destina auch schon vorher. Nach der Projektwoche der Ehrenamtsagentur, die Bottrops Kindergartenkinder fünf Tage lang in die „Welt der Bienen“ eintauchen ließ, ist nun noch einiges dazugekommen. „Die stechen, wenn sie sauer sind“, erklärt Destina, „und Honig macht den Hals gut.“ Selin zeigt, dass eine Wabe sechseckig ist. Und was machen die Insekten so den Tag über? „Die fliegen rum und gucken sich alles an.“ Biene möchte man sein.

Über 30 Lesepaten im Einsatz

Zu Gast bei Sandra Urban, der Leiterin der Ehrenamtsagentur, sind am letzen Tag der Projektwoche neben den Kindern des AWO-Familienzentrums „Hand in Hand“ dessen Einrichtungsleiterin Claudia Wetzke und Erzieherin Siddika Celik sowie die ehrenamtliche Lesepaten Hans-Peter Hahn und Martina Zajec. Eineinhalb Stunden verbringen sie gemeinsam, basteln kleine Papp-Bienchen und rollen Kerzen aus Wachsplatten. Ob klein oder groß: Alle lächeln oder lachen sie auffällig oft.

„Es macht wirklich riesigen Spaß“, sagt Hans-Peter Hahn, Rentner und selbst Großvater. Auf das Lesepaten-Amt hat ihn die Zeitung aufmerksam gemacht, nun ist er regelmäßig an der Gemeinschaftsgrundschule Vonderort im Einsatz. „Ich lese vor, lasse mir aber auch vorlesen. Die Kinder sollen schließlich dabei lernen.“ Über 30 Lesepaten im Alter von 26 bis 80 Jahren sind aktuell für die Ehrenamtsagentur im Einsatz. „Sehr zufrieden“ ist Sandra Urban mit dieser Zahl. Was aber nicht heißt, dass es nicht noch mehr werden dürfen.

Umfassende Grundausbildung

Um dieses Ehrenamt in Kindergärten, Grundschulen und auch Seniorenheimen ausüben zu dürfen, bedarf es einer intensiven Vorbereitung. In viermal fünf Stunden, jeweils am Wochenende, lernen die angehenden Lesepaten Dinge wie den Umgang mit unangemessenem Verhalten, den Aufbau und die Durchführung von Gruppenstunden, verschiedene Fördermöglichkeiten und auch den Umgang mit psychischen Störungen. Demnächst steht eine Nachschulung zum Thema Versicherungsfälle auf dem Programm. Einmal im Monat treffen sie sich zum Runden Tisch, der Erfahrungsaustausch ist ungemein wichtig. „Wir setzen unsere Paten nahe ihrem Wohnort ein“, führt Sandra Urban aus. Neben dem Vorlesen wird musiziert, gebastelt, gespielt, gemalt, es werden kleine Ausflüge unternommen. Lesepaten knüpfen auf alle Ebenen neue soziale Kontakte.

Die Zeit fliegt, für die Rasselbande geht es schon gleich zurück in die Kita. „Das war eine nette Abwechslung für uns und die Kinder“, findet Claudia Wetzke. Sie freut sich, dass die Kleinen hier Erfahrungen mitnehmen, die sie mit den anderen Kindern bei „Hand in Hand“ teilen können. Die nächste Projektwoche, übrigens unterstützt von der Glücksspirale, ist auch schon in Planung.

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