Kleine Knackpunkte beim Haus der Beratung

An der Horster Straße soll das Haus der Beratung entstehen. Die Häuser Nr. 6 und 8 werden abgerissen.
An der Horster Straße soll das Haus der Beratung entstehen. Die Häuser Nr. 6 und 8 werden abgerissen.
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Bauantrag kann nicht genehmigt werden, weil die Zahl der Stellplätze strittig ist. Statt des VdK haben Ärzte aus dem Hansa Center Interesse an einem Umzug in den geplanten Neubau gegenüber des ZOB.

Bottrop..  Im März hatte der Planungsausschuss über das Haus der Beratung entschieden. Eine Investorengruppe um Ludger Husmann erhielt den Zuschlag, ihre Pläne am Standort gegenüber dem ZOB zu verwirklichen. Der zweite Bewerber, Karl Reckmann, konnte sich mit seinen Plänen nicht durchsetzen.

Doch bisher ist von einem Haus der Beratung noch nichts sichtbar. Die Abrissarbeiten an den leerstehenden Häusern haben noch nicht begonnen. Stattdessen ist mit dem Sozialverband VdK einer der potenziellen Mieter abgesprungen. Wie berichtet hat der VdK inzwischen neue Räume am Altmarkt bezogen und hat kein Interesse mehr im Haus der Beratung einzuziehen.

Grund genug zu fragen, was sich bei dem Projekt an der Horster Straße tut. Denn im Investoren-Auswahlverfahren ist auch klar geregelt, dass innerhalb von sechs Monaten nach Vertragsabschluss mit den Baumaßnahmen begonnen werden muss. Doch bisher sei der Vertrag noch nicht unterschrieben, heißt es auf Nachfrage bei der Stadt. Allerdings liege bereits ein Bauantrag vor, sagt Stadtsprecher Andreas Pläsken. Damit sei die Sechs-Monats-Frist auf jeden Fall gewahrt. Allerdings könne der Antrag in der Form, wie er vorliegt, nicht genehmigt werden. Die Zahl der Stellplätze sei noch strittig, so der Stadtsprecher.

Bitterer Beigeschmack beim VdK

Das bestätigt auch Ludger Husmann gegenüber der WAZ und spricht von einer „geringen Abweichung“. Das werde man aber regeln können, „daran wird das Objekt nicht scheitern.“ Auch zu der VdK-Entscheidung äußert sich Husmann. Er sei selbstverständlich enttäuscht, dass der Verband, der immer so starkes Interesse signalisiert habe, abgesprungen sei. Das habe einen „bitteren Beigeschmack“, sagt Husmann. Nach wie vor rechnet er mit der Verbraucherzentrale, der Seniorenberatung des Sozialamtes und der Awo als Mieter. Außerdem hätten Ärzte und Physiotherapeuten, die bisher Praxen im Hansa Center haben, Interesse an einem Umzug ins Haus der Beratung angemeldet. Mit den städtischen Vorgaben bei dem Projekt sei eine solche Nutzung vereinbar, sagt Stadtsprecher Ulrich Schulze.

Ein weiterer Grund, warum sich die Bauarbeiten ein wenig verzögert haben: Nach WAZ-Informationen gab es Diskussionen darüber, wie das Grundstück überlassen werden sollte. Klar ist, dass die Stadt die bisherigen Gebäude abreißt. Strittig soll aber wohl gewesen sein, ob die Stadt auch die Keller der Gebäude abreißen muss. Inzwischen ist wohl klar, dass auch dafür die Stadt verantwortlich ist. Husmann ist optimistisch, dass nun Anfang 2014 mit den Abrissarbeiten begonnen wird.

 

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