Kita-Film aus Welheim auf der Erfolgsspur

Angelika Wölk

Ein Film geht auf Reisen: Der Streifen „Kibu und die neuen Freunde“ handelt nicht nur von einer großen „Reise“, er wurde auch selbst schon in mehreren Städten – Bottrop, Halle, Dresden – gezeigt. Jetzt steht eine weitere Station an, die allerdings nicht ganz so weit entfernt ist vom Drehort: Der Film, der im Kindergarten Welheimer Mark entstand, ist für das renommierte Trickfilm-Festival NRW nominiert, das am Donnerstag im Movie Park läuft. Eine ziemlich ungewöhnliche Erfolgsgeschichte für einen Streifen, an dem vor allem Laien, ganz junge Laien, beteiligt waren. Sie hatten unter professioneller Anleitung der Filmemacherin Ulrike Korbach und mit Unterstützung der Bildhauerin SARIDI alles selbst hergestellt, was es für einen guten Animationsfilm braucht: Figuren, Ton-Aufnahmen, Stimm-Aufnahmen, Hintergrund-Dekorationen und vieles mehr.

Die Flucht von Afrika nach Europa

Lina, 6, und Luis Miguel, 6, freuen sich jetzt schon auf das Trickfilm-Festival. Aber für war auch gesamte-Film-Projekt ein Abenteuer. „Mit hat das Herstellen der Figuren am meisten Spaß gemacht“, erinnert sich Lina. Luis Miguel ist vor allem eine Film-Szene vor Augen: „Ich fand es traurig, dass der Rabe der Giraffe gesagt hat: Geh weg.“

Eine der Schlüsselszenen des Films. Er handelt von der kleinen Giraffe Kibu und ihrer Familie, die von Afrika nach Europa fliehen müssen, weil sich rote und blaue Nashörner plötzlich bekämpfen. Aber in Europa dürfen die Rabenkinder nicht mit Kibu spielen. Und dann ist da noch der kalte Winter.

„Angefangen hat alles mit der Einladung an Eltern und Großeltern mit Migrationshintergrund“, erläutert Kita-Leiterin Annette Große-Westermann das Projekt. Sie sollten über ihre ersten Erfahrungen in Deutschland berichten. Daraus sei das Drehbuch entstanden, das Ulrike Korbach dann ausgearbeitet habe. „Wir haben das pädagogisch begleitet“, sagt Sigrun Heine, Erzieherin. Inzwischen ist auch Kinderbuch daraus entstanden.

Die Arbeiten an dem Film hätten von März bis in den Sommer 2013 gedauert. „Die Kinder haben sich mit den Figuren identifiziert“, erzählt Sigrun Heine, die das Filmprojekt in der Kita Kita betreute, „nur so war es möglich, sie über den gesamten Zeitraum zu motivieren.“ Und die jungen Filme-Macher seien äußerst motiviert gewesen. „Sie haben intensiv mitgearbeitet. Sie waren genau so fasziniert wie wir auch.“ Sowohl sie wie auch Annette Große-Westermann sind beeindruckt davon, „was Kinder zu schaffen fähig sind, wenn man ihnen die Möglichkeiten gibt.“

Lina und Luis Miguel sind auch ein Jahr nach dem Abschluss der Film-Arbeiten hin und wieder gedanklich mit der Geschichte beschäftigt – die meisten anderen Kinder aus der Film-Crew sind etwas älter und gehen schon in die Schule. Lina bewegt es, dass sich die Nashörner und Giraffen in dem Film so heftig zerstritten haben. In der Kita, sagt sie, stritten sich die Kinder auch manchmal. „Ja, dann denke ich auch an die Giraffe“, gibt sie nickend zu. Es ist ein Film, der für die Kinder noch lange nicht zu Ende ist.