Kissen aus Bottrop-Stoff für den guten Zweck

Firdevs Berbero, Zahide Berbero und Brunhilde Wallenfang (v. li.) waren für die Arbeiten an der Nähmaschine zuständig.
Firdevs Berbero, Zahide Berbero und Brunhilde Wallenfang (v. li.) waren für die Arbeiten an der Nähmaschine zuständig.
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Die Casa lud anlässlich eines WAZ-Kreativwettbewerbes zur großen Nähaktion für den guten Zweck ins evangelische Gemeindehaus ein. Dort verarbeiteten Hobby-Näherinnen die Stoffe, die den Namen Bottrop tragen, zu Kissen, die sie verkaufen wollen. Der Erlös geht an die Suppenküche Kolüsch.

Bottrop..  Konzentriert faltet Waltraud Golub den grauen Stoff mit den Verkehrsschilder-Motiven zusammen. Mit Stecknadeln fixiert sie die Säume. „Damit an der Nähmaschine nichts mehr verrutschen kann“, erklärt sie. Für ihre große Nähaktion mit den Stoffen, die den Namen „Bottrop“ tragen, haben die Casa-Mitarbeiter das evangelische Gemeindehaus kurzerhand in eine Schneiderei verwandelt.

Kreativwettbewerb

Die Aktion ist ein Ergebnis des Kreativwettbewerbes, zu dem die WAZ-Redaktion aufgerufen hat, als sie den Bottrop-Stoff im Internet entdeckt hat. In der Casa entstehen aus 20 Metern Bottrop nun weiche Kuschel-Kissen und mit getrockneten Weintraubenkernen aufgefüllte Tetraeder-Kissen, die auch einen medizinischen Zweck erfüllen sollen. „Ältere können die Tetraeder mit den Kernen gut für Greifübungen nutzen. Oder man legt sie kurz in die Mikrowelle und verwendet sie als Wärmflasche. Durch die Füllung mit den Kernen speichern sie die Wärme“, sagt Casa-Leiterin Daniela von Bremen. Die Aktion dient dem guten Zweck, denn die Casa möchte die fertigen Kissen verkaufen und den Erlös an die Suppenküche Kolüsch spenden.

Die Hobby-Näherinnen, die dem Aufruf der Casa gefolgt sind, arbeiten Hand in Hand. Josefine (9) schneidet die Tetraeder-Formen aus dem Bottrop-Stoff zurecht. Sie werden gefaltet und dann kommen die Weintraubenkerne hinein, bevor Brunhilde Wallenfang an der Maschine die Nähte schließt. „Das ist ja das Schöne daran. Die Zusammenarbeit macht total viel Spaß“, findet Waltraud Golub (63).

Willkommene Abwechselung

Unter die zehn Hobby-Näherinnen hat sich auch ein junger Mann gemischt. Andrej Sikirić (29) hat zwar keine Nähvorkenntnisse, hilft aber gern beim Ausschneiden mit. „Ich hab’ über Facebook von der Aktion erfahren und dachte, das wäre eine willkommene Abwechselung zu meiner Studienarbeit, an der ich gerade schreibe.“

Brunhilde Wallenfang ist gekommen, weil sie mit der Aktion „etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft tun kann“. Ihre Aufgabe ist nicht ganz einfach. „Ich muss genau darauf achten, dass die Weintraubenkerne nicht unter die Nadel rutschen, wenn ich die Tetraeder zunähe“, erklärt sie.

Josefine, die mit ihrer Tante an der Nähaktion für den guten Zweck teilnimmt, hat die Handarbeit in der Schule gelernt. „Das macht mir richtig Spaß, und außerdem finde ich es klasse, dass wir damit andere Menschen unterstützen können, denen es nicht so gut geht.“

 
 

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