Vom Spargelstand zum Ballermann

Ina Colada in Aktion: Bei den Ballermann-Hits heizte sie dem Publikum ein.
Ina Colada in Aktion: Bei den Ballermann-Hits heizte sie dem Publikum ein.
Foto: Privat

Kirchhellen..  Ina Colada - seit zwei Wochen steht die Kirchhellenerin mit ihrem Lied „Alle Kinder lernen lesen“ in den Charts des Marktforschungsunternehmens Mediacontrol.

Alles begann vor zwei Jahren im Bierkönig auf Deutschlands beliebter Urlaubsinsel Mallorca. Wahrscheinlich war es auch einer dieser typischen Abende auf der Schinkenstraße: Schweiß, Alkohol und Testosteron lagen in der Luft. Da erklomm Ina Colada alias Inga Peters aus Bottrop-Kirchhellen die Bühne. Ihre Aufgabe bestand darin, dem Publikum einzuheizen. Dank frecher Ruhrpottschnauze behauptete sich die damals 22-Jährige vor dem schwierigen Publikum.

Mit „Alle Kinder lernen Lesen“ hat Ina Colada etwas geschafft, was sie selbst nicht für möglich gehalten hat. „Letzte Woche bin ich auf Platz 62 in die Charts eingestiegen, und in dieser Woche sogar noch einmal bis auf Platz 57 gestiegen.“ Zu der Melodie von „Glory Glory Halleluja“ singt sie den Text des bekannten Kinderliedes. „Hier kennen fast alle das Lied. In Bayern jedoch fast niemand.“

Nach der bestandenen Feuertaufe, damals auf Mallorca, nannte sich die heute 24-Jährige Kirchhellenerin zunächst Inga von der Playa. Ihre erste Single war ein Cover von Connie Francis’ „Schöner fremder Mann“. Auch damit hatte sie Erfolg und erhielt schließlich einen Vertrag bei der Plattenfirma Emi. Inzwischen kann sie sogar von ihren Auftritten leben.

„Ich würde mich weniger als eine Künstlerin bezeichnen“, sagt sie über ihren Beruf. „Eher als singende Animateurin.“ Partyschlager bezeichnet sie das musikalische Genre. „Ich bin ein Döner“, „Zehn nackte Friseusen“ oder „Humba Täterä“ sind bekannte Hits aus der Szene. Diese wiederum stammen von fast ausschließlich männlichen Interpreten. Die Kunst sei es, ein Publikum zu unterhalten, das eigentlich schon längst hinüber ist. „Das ist knallharte Arbeit“, erklärt Ina Colada. Ein Auftritt dauert meist eine halbe Stunde. „Das sind 30 Minuten lang Vollgas“, erklärt sie.

Den Namen hat sie sich selber ausgedacht. Inga von der Playa, wie sie sich ursrpünglich nannte, wäre zu sehr auf den Sommer bezogen. Ein einfacher lustiger Name, eben Ina Colada, sei besser geeignet, wenn sie auch in Deutschland Erfolg ahben wolle, riet ihr Management. „Die Idee kam mir, da saß ich bei Bauer Miermann und habe Spargel verkauft“, sagt sie und lacht dabei. „Also eine echte Kirchhellener Geschichte. “

Zweite Saisonhälfte

Mit dem Chart-Erfolg verbunden, sind zahlreiche Auftritte, unter anderem auch für den Privatsender RTL II. „Ich bin bei Mallorcaparties gebucht. Heute fahre ich noch nach Holland. Ich hoffe, dass ich es schaffe, bis in den Winter hinein mit meinem Lied erfolgreich zu sein.“ Dann nämlich beginnt die zweite Saisonhälfte der Partyhits. Aus Ballermann wird dann Aprés Ski.

Wie ihre Karriere genau weiterverlaufen wird, weiß sie freilich nicht. Sie habe schon eine ganz bestimmte Idee für eine weiteren Song. Es handele sich um eine Melodie, die sie schon ein lange Zeit im Kopf habe. Zu allererst benötigt sie aber einen Vertrag für eine weitere Single bei einer Plattenfirma. Sicher ist sie sich indes: „So lange es regnet, werde ich auf jeden Fall den Eimer vor die Tür stellen“.

 
 

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