Tausende Punks reisen zum "Ruhrpott Rodeo" am Flugplatz Schwarze Heide

Kai Süselbeck
Aufbau zum größten Punk-Open Air Europas auf den Wiesen am Flugplatz Schwarze Heide in Kirchhellen
Aufbau zum größten Punk-Open Air Europas auf den Wiesen am Flugplatz Schwarze Heide in Kirchhellen
Foto: WAZ FotoPool
Die Altersspanne reicht von 16 bis 50 - 8000 Besucher dieser Altergruppen werden zum "größten Punkfestival Europas", dem "Ruhrpott Rodeo" in Bottrop erwartet. 600 Fässer Bier warten auf die Punks. Auf dem Flugplatz Schwarze Heide tritt unter anderem die US-Band "Black Flag" auf.

Bottrop. Noch mehr Platz vor der Bühne, noch mehr Platz für Camping, noch mehr Platz für Party. Das Festival „Ruhrpott Rodeo“ auf der Wiese neben dem Flugplatz Schwarze Heide erwartet Samstag und Sonntag 8000 Besucher beim dann „größten Punkfestival Europas“, sagt Veranstalter Alexander Schwers. Rund eine Million Euro, schätzt er, werden an den beiden Veranstaltungstagen umgesetzt.

Die ersten Fans schlagen am Freitag Mittag schon am Flugplatz auf, als der Sound-Truck noch gar nicht die Bühnentechnik abgeladen hat. Das Jungvolk an den Absperrungen ist gekleidet in schwarz-rotes Schottenkaro und wird einen Teil eines sehr bunten Publikums bilden. „Hier mischt sich das ganz schön“, sagt Schwers. „Die Altersspanne reicht von 16 bis 50.“ Klar, die Punkmusik ist in die Jahre gekommen.

Eine der Top-Bands ist "Black Flag"

Eine der Top-Bands auf der Flugplatz-Bühne, die US-Band „Black Flag“ hat sich eigentlich schon Ende der 80er Jahre aus körperlicher, geistiger und finanzieller Zerrüttung getrennt und dieses Jahr überraschend eine Reunion angekündigt. Da scheint es die Fans nicht zu stören, dass zeitgleich die Band-Gründungsmitglieder Chuck Dukowski und Keith Morris mit der Formation „Flag“ auf Tour sind. A propos zeitgleich. Schlagerstar Michael Wendler bittet Sonntag zur „Ranchparty“ auf seinem Gestüt in Dinslaken, einen Kilometer Luftlinie entfernt. Schwers grinst: „Der hört uns bestimmt. Versprochen!“

Auf dem 17 Hektar großen Gelände ist ein Stapler unterwegs und verteilt Pissoirs und Dixie-Klos. 100 Stück stehen bereit, dazu große Toilettenwagen. Trotzdem wird es nicht wirklich eine saubere Sache werden, denn die Wiese wird im Schlamm versinken. „Es hat zu viel geregnet“, sagt Schwers. Unter seinen Füßen quatscht das Wasser, das unter den Abdeckplatten auf der Wiese steht. „Das wird eine Schlammparty“, sagt Schwers und zeigt auf die Furchen, die die Reifen der Trucks fräsen: „Von der Wiese wird nichts übrig bleiben.“

8000 Fans werden ab heute erwartet, 6000 kommen zum Zelten auf das Festivalgelände. 600 Fässer Bier warten auf sie. Die Besucher kommen aus den USA oder im Reisebus aus Sankt Petersburg. Rund 40 Prozent der Zuschauer, hofft Schwers, werden die Shuttlebusse, nutzen, die vom Bahnhof Feldhausen zum Festivalgelände und zurück rollen. Die Auto-Anreisequote sollte nicht zu hoch werden, sagt Schwers: „Wenn irgend etwas knapp wird, dann die Parkplätze.“