Schultenkamp: Die Flickschusterei geht vorerst weiter

Das Ende der Schotterpiste an der Dorfheide ist absehbar, versichert die Stadt: Bis Ende November liegt dort wieder eine geschlossene Asphaltdecke. Der Endausbau wird aber erst später kommen.
Das Ende der Schotterpiste an der Dorfheide ist absehbar, versichert die Stadt: Bis Ende November liegt dort wieder eine geschlossene Asphaltdecke. Der Endausbau wird aber erst später kommen.
Foto: Rainer Raffalski
  • Anwohner klagen über die Schotterpiste an der Dorfheide: Das sei immerhin ein Schulweg
  • Bezirksbürgermeister verweist auch auf die Hackfurthstraße: „Die Straßen sind sowas von kaputt“
  • Verwaltung stellt nach Gesprächen mit der Bezirksregierung Fördergelder für 2018 in Aussicht

Das Flickschustern an den Straßen im Neubaugebiet Schultenkamp geht vorerst weiter. Die Dorfheide wird bis Ende November notdürftig saniert, der Endausbau muss ebenso warten wie der an der Hackfurthstraße. Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder führt darüber beredte Klage: „Die Straßen sind so kaputt. Das kann man keinem Bürger mehr zumuten.“ Der Fachbereich Tiefbau macht Bürgern und Politikern vage Hoffnung, dass der Endausbau schon 2018 kommen könnte. Dafür muss aber das Geschäftsmodell geändert werden.

Im Neubaugebiet Schultenkamp hat sich der Projektentwickler Gebig gegenüber der Stadt verpflichtet, neben dem Bau der Häuser auch den Ausbau der Infrastruktur zu übernehmen. Das hat zu manchen Reibungen geführt und könnte sich jetzt ändern: „Wenn der Bauausschuss zustimmt, ist die Stadt dort jetzt bald wieder am Zug“, sagt CDU-Bezirksfraktionschef Bernhard Steinmann mit Blick auf die heutige Sitzung des Bauausschusses. Wenn es dazu kommen sollte, dass die Stadt wieder für den Ausbau zuständig wird, stellte Wilfried Helsper vom Fachbereich Tiefbau die Möglichkeit einer Landesförderung 2018 in Aussicht.

Grund für die seit Jahren beklagte Marterpiste an der Hackfurthstraße sei die Tatsache, dass Land und Bund ihre Mittel für den innerstädtischen Straßenausbau „massiv zurückgefahren“ hätten, sagt Helsper, Abteilungsleiter für die Planung von Straßen und Entwässerungsanlagen. Dadurch sei der immerhin 2,1 Millionen Euro teure Endausbau der Hackfurthstraße hinausgeschoben worden. Er berichtete von ersten Gesprächen mit der Bezirksregierung, die die Fördermittel von Land und Bund verteilt, über eine mögliche Förderung ab 2018. Bisher steht die Maßnahme im Haushalt mit einem Zeitziel ab 2020.

Das kann nicht so bleiben, fordert der Bezirksbürgermeister: „Die Stadt ist aufgefordert, zügig nach Lösungen zu suchen. Die Flickschusterei muss ein Ende haben.“ Im Sommer hatte die Stadt auf dringende Bitte der Politik an der Hackfurthstraße mit Bordsteinreparaturen und einer Querungshilfe nachgebessert (die WAZ berichtete).

Baustelle bis Monatsende fertig

Nebenan in der Dorfheide läuft in diesen Tagen die letzte Phase der Kanalarbeiten, sagt Helsper: „Der neue Kanal liegt in der Straße, derzeit werden die Hausanschlüsse hergestellt.“ Bis Ende November, versichert er auf WAZ-Anfrage, „sind die Flächen wieder mit Asphalt geschlossen, und die Schulkinder bekommen wieder auf einer Seite einen durchgängigen Fußweg.“ Anwohner hatten beklagt, dass die provisorische Baustellenfüllung mit Schotter Kinder auf dem Schulweg gefährde. Auch habe umherfliegender Schotter schon Beulen in Autos geschlagen. Helsper gibt zu: „Für die Anwohner ist die Situation unangenehm.“

 
 

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