Paten leiten Hauptschüler zum Beruf

Ausbildungspate Theo Gahlen (rechts) mit (von links) Berufskoordinator Helmut Hellmig, Schulleiterin Delia Lünenbürger und den Schülern Tobias Wallenberg, Calvin Schey und Philip Berger.Foto:Winfried Labus
Ausbildungspate Theo Gahlen (rechts) mit (von links) Berufskoordinator Helmut Hellmig, Schulleiterin Delia Lünenbürger und den Schülern Tobias Wallenberg, Calvin Schey und Philip Berger.Foto:Winfried Labus
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Der Verein „Philipp Neri“ stellt seine Ausbildungsbegleitung noch breiter auf:Ab der neunten Klasse leiten und beraten Ausbildungspaten die Hauptschüler

Beratung beim Einstieg in den Beruf ist für den Verein „Philipp Neri“ schon seit Jahren ein großes Thema. Ehrenamtliche Helfer begleiten Jugendliche durch ihre Ausbildung, schauen in den Betrieben vorbei und helfen, Defizite abzubauen. Jetzt baut der Verein sein Angebot aus, auch schon bei der Berufswahl zu helfen: Sechs „Ausbildungspaten“ stehen deshalb den Schülern der Hauptschule Kirchhellen ab der neunten Klasse zur Seite.

Zum Beispiel Philip Berger. „Philip hat sehr viel richtig gemacht“, bilanziert Berufskoordinator Helmut Hellmig. Schon Anfang des neunten Schuljahrs hatte der heute 17-jährige das Bedürfnis, möglichst schnell „an die Schippe zu kommen“, statt weiter die Schulbank zu drücken. Gemeinsam mit dem Ausbildungspaten Theo Gahlen hat er über seine Berufsvorstellungen nachgedacht, das Schreiben der Bewerbung geübt, fürs Bewerbungsgespräch trainiert und ein Praktikum vor den Herbstferien absolviert, um sich vor Ort zu versichern, dass sein Berufswunsch auch mit der Wirklichkeit zusammen passt. Jetzt hat er einen Ausbildungsvertrag in der Tasche als Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik bei einem Mittelständler in Gladbeck.

„Die Eltern wünschen sich für ihre Kinder natürlich immer den höchsten erreichbaren Schulabschluss“, sagt Delia Lünenbürger, Leiterin der Hauptschule. „Das kann aber auch mal nach hinten losgehen. Bei einem Konflikt zwischen Elternwünschen, Vorstellungen der Schüler und unseren Einschätzungen sind die Ausbildungspaten qualifizierte Experten von außen, die bei den Entscheidungen beraten können.“ Deshalb wollen Schulleitung und Ausbildungspaten über die Klassenpflegschaften auch die Eltern mit ins Boot holen. Für den einen Schüler kann die frühe Ausbildung der richtige Weg sein, für den anderen der Wechsel auf eine Gesamtschule oder aufs Berufskolleg. „Über das Kolleg können Schüler jeden Abschluss machen“, sagt Gahlen. Er ist gerade dafür Experte als Lehrer und später Leiter eines Berufskollegs.
Zum Beispiel Calvin Schey. Der Neuntklässler will technischer Zeichner werden und hat während eines Praktikums in Oberhausen die Ausbilder bereits mit seiner sicheren Hand beeindruckt. Er weiß aber, dass er an seiner Qualifikation arbeiten muss: „Je höher mein Abschluss, desto besser meine Chancen.“

EURE FAVORITEN