Goldener Meisterbrief und Feier für Theo Bertelwick

Großer Bahnhof für den Seniorchef: Theo Bertelwick (rechts, mit Ehefrau Marianne) erhält in „seinem“ Gasthof Berger den Goldenen  Meisterbrief. Die „Dixie Friends“ gratulierten mit einem Überraschungsständchen.
Großer Bahnhof für den Seniorchef: Theo Bertelwick (rechts, mit Ehefrau Marianne) erhält in „seinem“ Gasthof Berger den Goldenen Meisterbrief. Die „Dixie Friends“ gratulierten mit einem Überraschungsständchen.
Foto: FUNKE Foto Services
Vor 50 Jahren machte Seniorchef des Gasthofs Berger seinen Konditormeister. Zum Juiläum organisierten Familie und Freunde eine Überraschungsparty.

Bottrop-Kirchhellen..  Überraschungsparty im Gasthof Berger: Am 3. Dezember 1965 hatte Theo Bertelwick vor der Handwerkskammer Köln seinen Konditormeister gemacht. 50 Jahre danach erhielt der Seniorchef gestern den goldenen Meisterbrief überreicht - und ganz viele Gäste kamen zum Gratulieren.

Als sich der Parkplatz an der Schlossgasse füllte und im großen Saal des Hauses unter dem Andrang der Gratulanten die Luft allmählich dick wurde, zuckte Juniorchef Stefan Bertelwick grinsend die Schultern: „Schaut mich nicht an. Ich habe nur den engsten Freundeskreis eingeladen.“ Und die „Dixie Friends“ zum Beispiel, die seinen Vater bei einer Feier, die ein Gast veranstaltet hatte, schwer beeindruckt hatten. Das hatte sich sein Serviceteam gemerkt, um den Chef überraschen zu können. Und natürlich war „unsere Ulla“ auch da: Ulla Schwanitz (72), die fast 57 Arbeitsjahre bei Bergers absolviert hatte, erst im Lebensmittelladen in Dorsten-Holsterhausen und dann mehr als 46 Jahre im Serviceteam, dessen Dress sie gestern für den Seniorchef noch einmal anzog.

Nebenjob am Tresen

Juniorchef Stefan erinnert sich an die Anfangszeit von Vater Theo im Gasthof: Er kam 1960 an die Schlossgasse, um bei seinem Onkel Paul Geld zu verdienen für die Meisterschule der Handwerkskammer in Köln. Sein Lebensplan, sagt Berkelwick junior, war eigentlich die Existenzgründung: „Er wollte in dem Tante-Emma-Laden meiner Oma (klassisch mit Gurkenfass und Butterwaage), die früh morgens für die Kumpels von Zeche Baldur Brötchen schmierte, seine eigene Backstube eröffnen.“

Doch dann musste Paul Berger ins Krankenhaus und bat seinen Neffen, ihn zu vertreten. Stefan Bertelwick: „Also war mein Vater nicht nur abends Thekenkraft und Kellner, sondern backte tagsüber auch Kuchen. Der kam so gut an, dass er nun im Gasthof Berger morgens am Ofen und abends hinter der Theke stand - genau der Job, den er heute noch macht.“ Nur dass er sich den Ofen jetzt mit Sohn Stefan teilt.

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