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Fliegen neu erleben

20.04.2009 | 18:51 Uhr
Fliegen neu erleben

Das „Salto-Skydance-Acroteam” richtet auf dem Flugplatz Schwarze Heide einen Segelkunstfluglehrgang aus

„Im Rückenflug sieht die Welt komplett anders aus”, beschreibt Segelkunstfluglehrer Harry Lemke vom „Salto-Skydance-Acroteam” die erste Hürde, die die Teilnehmer am Kunstflug-Lehrgang nehmen müssen, der in dieser Woche auf dem Flugplatz Schwarze Heide in Kirchhellen abgehalten wird.

Insgesamt vier doppelsitzige Segelflugzeuge und zwei Schleppmaschinen stehen den zehn Lehrgangsteilnehmern am Montag, dem ersten Praxistag des einwöchigen Lehrgangs, zur Verfügung. Das Wetter ist prima und sorgt nicht nur für eine hohe Frequenz an Übungsflügen, sondern auch für gute Stimmung unter den Teilnehmern.

Sie müssen zunächt einmal lernen, mit dem ungewohnten Fliegen in Rückenlage zurecht zu kommen. „Da geht schnell die Orientierung verloren”, weiß Harry Lemke. Es sei auch schon vorgekommen, dass der Traum vom Kunstfliegen für einen Piloten schon in dieser frühen Phase jäh zu Ende gewesen sei. „Doch das trifft für den aktuellen Lehrgang auf niemanden zu”, sagt Lemke.

So richtig angespannt wirkt dann auch keiner der Lehrgangsteilnehmer. Schließlich handelt es sich durchweg um erfahrene Segelflieger. Einige habe sogar schon ihre Grundausbildung im Segelkunstflug erfolgreich abgeschlossen und nutzen den aktuellen Lehrgang als Trainigslager und zur Weiterbildung.

Voraussetzung für die Teilnahme am Kunstfluglehrgang sind zwar eigentlich nur 50 Stunden am Steuerknüppel eines Segelflugzeugs, „aber wir orientieren uns an der Empfehlung des Deutschen Aero-Clubs, der 150 bis 200 Stunden für sinnvoll hält”, erklärt Lemke, der sich seit den 90er-Jahren am Flugplatz Schwarze Heide in die Lüfte schwingt und im Jahre 2001 gemeinsam mit seinen Flieger-Kollegen Alexander Tummes und Alexander Patt das „Salto-Skydance-Akroteam” gründete. Später stießen noch Hans Hoischen und Alexander Weber dazu, und seit diesem Jahr gehört auch der amtierende Deutsche Segelkunstflugmeister in der Aufsteigerklasse, Michael Spitzer vom Fliegerclub Gladbeck und Kirchhellen (FCGK), zum Team. Dabei hate Spitzer erst 2003 mit dem Segelkunstflug begonnen. „Natürlich bei uns”, flachst Harry Lemke, der aber die Werbewirksamkeit eines Meistertitels durchaus zu schätzen weiß. „Wir haben in diesem Jahr Piloten aus ganz Nordrhein-Westfalen sowie aus Rheinland-Pfalz, Berlin und Schleswig-Holstein dabei”, freut sich Harry Lemke über das fast schon „internationale” Flair.

Dabei wollen längst nicht alle angehenden Kunstflieger künftig bei Wettbewerben antreten. „Für einige zählt auch der Sicherheitsaspekt. Sie wollen ihr Flugzeug auch in kritischen Situationen beherrschen”, nennt Lemke unterschiedliche Motivationen.

Eine Woche lang üben die Kunstflugschüler jetzt ihre Figuren wie Looping, Rolle, Turn und Auf- und Abschwung, die sie dann am Freitag oder Samstag – wenn das Wetter weiter mitspielt und sich die notwendige Zahl an Trainingsflügen realisieren lässt – einem unabhängigen Prüfer der Bezirksregierung vorführen wollen.

Ausgangshöhe ist wesentlicher Faktor

Beim Kunstflug mit Segelflugzeugen ist die Ausgangshöhe ein wesentlicher Faktor: Die 1000 Höhenmeter der „Box” – das ist der Luftraum, in der die Flugfiguren ausgeführt werden – müssen ausreichen, um das Programm mit allen vorgeschriebenen Figuren abzufliegen. Daher wird das Flugprogramm so zusammengestellt, dass sich die Figuren möglichst flüssig aneinander reihen lassen.

Peter Ocklenburg

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