Der Sieger kriegt das „goldene Täschchen“

Die Weltmeisterschaft im Handtaschen-Weitwurf fand am Samstag den 01. August 2015 im Movie Park in Bottrop statt. Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services
Die Weltmeisterschaft im Handtaschen-Weitwurf fand am Samstag den 01. August 2015 im Movie Park in Bottrop statt. Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services
Foto: Michael Korte
Das Team Österreich verteidigt seinen Titel aus dem letzten Jahr. 60 Hobbyathleten treten im Movie Park bei Handtaschenweitwurf-Weltmeisterschaft an.

Bottrop-Kirchhellen..  Ein bisschen Spaß muss sein – das dachten sich die rund 60 Hobbyathleten und zahlreichen Fans der skurrilen Sportart Handtaschen-Weitwurf, die sich am Samstag im Movie Park versammelt hatten.

Auch bei der diesjährigen Ausgabe der offiziellen Handtaschenweitwurf-Weltmeisterschaft, kurz HTWWWM, gab es dabei wieder heitere Momente: Für gute Laune sorgte vor allem der ewig junge Schlagerbarde Roberto Blanco, der neben der Kölner Komikerin Irmgard Knüppel, alias Gabi Weiss, als Juror Platz genommen hatte. „Die Handtaschen sollen fliegen“, sagte der 78-Jährige bei der feierlichen Eröffnungszeremonie. Im sportlichen Bereich gab es hingegen keine Überraschungen: Der amtierende Titelverteidiger Österreich bestätigte auch in diesem Jahr seinen Führungsanspruch unter den Handtaschenwurf-Nationen.

Mit Liebe und Leidenschaft

Die sportliche Herausforderung bei der WM ist eher überschaubar: Je nach Geschlecht gilt es, jeweils eine ein oder zwei Kilogramm schwere Handtasche möglichst weit zu werfen. Form und Farbe sind dabei ganz dem persönlichen Geschmack der Werfer überlassen – laut dem offiziellen Regelwerk fließt allerdings auch „die Liebe zur Handtasche“, die sich sowohl in der Haltung, im Design und in „der Leidenschaft beim Abwurf“ zeigen soll, mit in die Jurywertung ein. Einzig die Länge des Henkels wird von der Jury vorgegeben und akribisch geprüft.

Erlaubte Wurftechniken sind Kurbel, Stoß oder Freestyle: alle Würfe, bei denen auf eine Drehung um die eigene Achse, analog zum Diskus- oder Hammerwerfen, verzichtet wird. Ähnlich wie etablierten und olympischen Sportarten wird aber ein Übertreten der Abwurfmarkierung ungültig gewertet.

Keine Überraschung beim Ausgang des Wettkampfes

Geworfen wird in Viererteams, die jeweils im direkten Vergleich mit einem anderen Land antreten. Anders als bei vielen etablierten Sportarten fällt die formale Zugehörigkeit zu einem Land allerdings weniger streng aus: Staatsbürgerschaft ist nicht notwendig, die „spezielle Verbundenheit“ reicht aus.

Beim sportlichen Ausgang der WM gab es keine wirklichen Überraschungen: Das Team Österreich konnte seinen Titelgewinn aus dem Vorjahr bestätigen und den Wanderpokal „goldenes Täschchen“ gleich wieder mit nach Hause nehmen. Den eigenen Wurfrekord von 92,81 Metern, konnte das Team aus der Alpenrepublik jedoch nicht toppen: Dieses Jahr reichten 67,44 Meter.

Gemäß der „grenzenlosen Freiheit“, die die Initiatoren mit der HTWWWM propagieren, konnte sich aber auch Gastgeber Deutschland über diesen Erfolg freuen: der Austria-Teamleiter Andy Roland, der bereits im Vorfeld der WM verkündet hatte, dass ein erneuter Titelgewinn für die „Österreicher“ möglich sei, ist eigentlich deutscher Staatsbürger. Zumindest bei den Einzelwürfen hat es dann aber doch noch für einen neuen Rekord gereicht.

Werfer Pierre Ermini konnte mit seinem Wurf für das Team Finnland einen neuen Weltrekord aufstellen: Mit 35,32 Metern stellte der „Klavierträger“ seine eigene Bestmarke aus dem Vorjahr ein.

Mehr Fotos auf: derwesten/bottrop@waz.de

 
 

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