Brauhaus stellt das Brauen ein

Na denn Prost auf eine gemeinsame Zukunft: Veltins-Verkaufsleiter Jens Derksen, die Brauhaus-Geschäftsführer Hannes Große Venhaus und  Bermhard Steinmann, Brauer Markus Steinkamp und Betriebsleiter Frank Strömer (v.l.). Foto: Franz Naskrent / WAZ FotoPool
Na denn Prost auf eine gemeinsame Zukunft: Veltins-Verkaufsleiter Jens Derksen, die Brauhaus-Geschäftsführer Hannes Große Venhaus und Bermhard Steinmann, Brauer Markus Steinkamp und Betriebsleiter Frank Strömer (v.l.). Foto: Franz Naskrent / WAZ FotoPool
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Das Brauhaus am Ring ist bald nur noch dem Namen nach ein Brauhaus. Im Sommer wird nach knapp 10 Jahren das Brauen eingestellt, die schmucken Kupferkessel werden mitsamt der kompletten Brauanlage verkauft. Gründe für diesen etwas überraschenden Schritt gibt es deren gleich zwei. Der Absatz des Kirchhellener Bieres lässt zu wünschen übrig, und vor allem: Brauer Markus Steinkamp zieht es ins bayrische Bier-Eldorado. Er will ab September in der Brauereiakademie Doemens in Gräfelfing seinen Meister machen.

„Vor gut einem halben Jahr haben wir uns Gedanken gemacht, wie es mit der Bierproduktion weitergehen soll“, offenbarte gestern Hannes Große Venhaus vor Ort im Brauhaus, „eine gewichtige Rolle spielten dabei nicht nur die rückläufigen Bierumsätze, sondern auch die so genannten Nebenbiere, die wir nicht anbieten können.“ Im Klartext: Warum gibt’s kein Veltins oder Stauder, warum kein Köstritzer oder „V plus“? Ein Wunsch, der immer wieder von Brauhaus-Gästen geäußert wurde. „Aber da hätten wir uns ja selbst Konkurrenz gemacht“, so Bernhard Steinmann.

Diesem Wunsch – vielleicht auch gepaart mit einem Hauch von Schalke-Sympathie – trägt die Geschäftsleitung um Hannes Große Venhaus und Bernhard Steinmann nun dennoch Rechnung: Künftiger Bierlieferant ist nach Einstellung des Bierbrauens in Kirchhellen die Veltins-Brauerei. Die Gevelsberger bringen einen Kooperationspartner als Mitgift in die Brauhaus-Ehe: die Brauerei Maisel’s. „Sie wird das Angebot auf vier Biere um ein dunkles Landbier, ein Zwickelbier und eine Weiße ergänzen“, sagte Jens Derksen, Gebietsverkaufsleiter bei Veltins.

Geliefert im Tankwagen

Alle Biere übrigens vom Fass bzw. aus dem Tank; denn angeliefert werden Pils & Co. mit dem Tankwagen und über Schläuche in vier 1000-Liter-Tanks gepumpt, die die Kupferkessel ersetzen. Zum Vergleich: In der Schalke-Arena sind es 52 Tanks á 1000 Liter.

Um auch jüngeren Gästen der „V plus-Generation“ einen Brauhaus-Besuch schmackhaft zu machen, wird die bunte Palette der Biermixgetränke serviert: Pils mit Lemon, Cola, Energy und Apple oder ganz neu mit „Powerfood“. Hinzu kommen weitere moderne Mischgetränke, „die wir als Bierproduzent nicht im Angebot haben konnten“, so Hannes Große Venhaus, der sich von der erheblichen Ausweitung der Angebotspalette einen größeren Zuspruch bei jungen Erwachsenen verspricht. Ab Herbst soll noch ein irisches Bier an den Hahn gehen. Es wird bei irischen Abenden gezapft.

Der Name „Brauhaus am Ring“ wird auch in Zukunft Bestand haben. Jens Derksen sieht auch keinen Anlass für eine Umbenennung.

Name ,Brauhaus’ bleibt

„Über 50 Prozent der Brauhäuser in der Region brauen schon nicht mehr selbst“, weiß der Veltins-Verkaufsleiter. Ab bestimmten Absatzmengen sei eine Brauerei nicht mehr rentabel. Nur mal zum Vergleich: Das Brauhaus Kirchhellen stemmte pro Jahr 60 000 Liter, die Veltins-Brauerei bringt es auf 2,7 Mio Hektoliter, davon entfallen 500 000 Hektoliter auf die „V plus“-Produkte.

Optisch wird sich im Brauhaus nichts ändern. Für die Kupferkessel soll eine Lösung gefunden werden, „die den Eindruck, in einer Brauerei zu sitzen,, aufrecht erhält“, formulierte es Betriebsleiter Frank Strömer. Neu ins Boot genommen wird der Kirchhellener Getränkehändler Sondermann. Er liefert die Biere und Mischgetränke – außer Veltins, aber die Rechnungen der Sauerländer gehen ebenfalls über seinen Schreibtisch.

 
 

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