Auf Ibbenbürener Sandstein gebaut

Zufrieden mit dem Werk: Bildhauer Guido Hofmann mit
Zufrieden mit dem Werk: Bildhauer Guido Hofmann mit

Kirchhellen..  „Du hast einen guten Job gemacht, Guido“, sagt Aukje Willemsen-Steensma – da fällt Bildhauer Guido Hofmann ein Stein vom Herzen. Es ist der Tag der Abnahme der Skulpturen für den niederländischen Schlosspark Elsloo. Seit Februar schuftet der Kirchhellener Künstler an den sieben Sitzgelegenheiten aus Ibbenbürener Sandstein.

900 Arbeitsstunden

„Insgesamt waren es wohl 900 Stunden, ein paar kommen noch dazu, ganz fertig bin ich immer noch nicht.“ Den Niederländern, die ihm den Auftrag gegeben haben, ist das egal. Sie sind mit dem zufrieden, was sie sehen. Höchstzufrieden sogar. Kunsthändlerin Aukje Willemsen-Steensma leitet die Galerie in den Niederlanden, in der Hofmann einige seiner Exponate ausstellt.

In ihrer Galerie sah auch Eric van Mujen ein Stück von Hofmann. „Das wäre doch was für unseren Schlosspark“, dachte er sich und nach einigen Gesprächen mit Hofmann, diversen Ortsbesichtigungen und Entwürfen schritt der 48-Jährige zur Tat. „Ich wusste sofort, dass es klappen wird“, sagt die Galeristin. Jetzt stehen die Skulpturen in der heißen Kirchhellener Sonne und das Komitee samt Galeristin staunt vor den Sitzen aus Sandstein. Es wird vermessen, diskutiert und fotografiert. „Kleeblatt“ heißt eine vierteilige Sitzgruppe, plus Tisch. „Wurzeln“ die zweite, zweiteilige Sitz-Skulptur. Schon im Rohbau war klar, sie sind „saubequem“ (die WAZ berichtete). Jetzt sehen die Steinkunstwerke auch noch super aus. Sie fühlen sich geschmeidig an, fast schon lebendig. Das liegt aber wohl an den Temperaturen. „Wenn sie erstmal im Schlosspark stehen, dann werden sie schön kühl und man kann wieder bequem darauf sitzen“, ist sich Hofmann sicher.

Es ist auch ein ganz besonderer Schlosspark, in dem die Skulpturen stehen werden. Er gehört zum Kasteel Elsloo. „Das gehörte früher dem Haus Grimaldi, den Fürsten von Monaco“, erzählt Eric van Mujen. 1860 wurde es dann an eine holländische Familie verkauft, die es 1959 für einen symbolischen Kaufpreis der Gemeinde Elsoo vermachte.

Fürst von Monaco

In dem Park gibt es eine Saatgut-Genbank. Die Betreiber konservieren hier Samen vom Aussterben bedrohter Pflanzen. Hier hat Hofmann auch die Idee für seine Skulpturen her. „Von wegen Mendel'sches Gesetz, dominant und rezessiv und so, ich krieg das nicht mehr auf die Reihe“, sagt er und grinst. Pflanzen sind jedenfalls das Thema der Sitzgelegenheiten, Kleeblatt und Wurzeln.

Mendel’sches Gesetz

In rund zwei Wochen wird sich der Bildhauer auf den Weg nach Elsloo machen um sich den geplanten Standort noch einmal anzusehen. „Ich muss mir ein Bild machen, wie der Boden dort ist. Für die Verankerungen der Skulpturen.“ Kurze Zeit später wird dann alles transportsicher verpackt, auf einen Laster geladen und in die Niederlande gebracht.

Die große Einweihungsfeier findet dann Ende September statt, genauer gesagt am 30. „Dann feiern wir ein großes Parkfest und die Skulpturen von Guido werden endlich enthüllt.“

Was die Werke die Stiftung kosten werden, darüber haben Käufer und Verkäufer nichts gesagt. „Das bleibt unser Betriebsgeheimnis“, sagt Eric van Mujen.

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