Kirchhellen hat nun einen eigenen Schnaps - den "Kirchbuben"

Das Etikett des "Kirchbuben", gestaltet von Sebastian Schürger.
Das Etikett des "Kirchbuben", gestaltet von Sebastian Schürger.
Foto: WAZ FotoPool
Die Macher der Internetseite www.kirchhellen.de spüren der alten Brennerei-Tradition im Dorf nach und entwickeln selbst ein Getränk auf Schlehdorn- und Kornbasis: Der Kirchbube. Ende Januar bekommt der 32-Prozentige noch ein süffiges Schwesterchen - die "Kirchdame".

Kirchellen.. Es mag gute hundert Jahre her sein, dass in Kirchhellen der letzte Schnaps gebrannt wurde. Jetzt gibt es wieder einen heimatlichen Korn, der auf den hübschen Namen „Kirchbube“ getauft wurde. Zwar nicht abgefüllt im Dorf, aber entwickelt von den Machern der Internetseite www.kirchhellen.de.

Eine Spirituose aus und für Kirchhellen – wie die entstanden ist, muss man erzählen. Kurz nach dem Start ihrer Internetseite bekamen die Betreiber Marco Willer, Jörg Boehm, Frank Strömer, Lars und Thorsten Schlüter eine Mail aus Emden. Der Schreiber erzählte von seinem Opa Alois Winkelmann, der um 1900 in Kirchhellen eine, vielleicht die letzte Brennerei betrieben hat. „Es gab damals zwar viele Brenner, aber keine offiziellen“, lacht Marco Willer. „Die haben nur für sich selbst gebrannt.“

Und schon war die buchstäbliche Schnapsidee geboren, nach einem Jahrhundert wieder heimische Flaschen in den Handel zu bringen. Wie mag das Zeug früher geschmeckt haben, wie sollte es heute schmecken? Heimatforscher Ferdinand Schmitz sichtete Dokumente, fand aber nicht viel zum Thema, erst recht kein Rezept. Nur so viel: Eine kräftige Steuererhöhung zwang 1814 viele Brennereien zur Aufgabe.

Korn und Schlehdorn – das sind die Grundstoffe

Allerdings konnten sich ältere Kirchhellener erinnern, dass der in Grafenwald verbreitete Schlehdorn als Grundlage für Destillate verwendet wurde. Marco Willer: „Korn und Schlehdorn – damit waren die Grundstoffe klar.“

In Tuttlingen (Baden-Württemberg) fanden die Kirchhellener einen Brennmeister, der Spaß an dem Projekt hatte, der ein bisschen experimentierte und immer neue Varianten zur Probe lieferte. „Wir haben immer wieder gern gekostet“, lacht Willer. Am Ende stand der Kirchbube, speziell für Kirchhellen entwickelt und in dieser Form wohl einmalig. Schlehdornliköre gibt es einige, ein Brand (32% Alkohol) ist den „Erfindern“ bislang nicht untergekommen. Der junge Künstler Sebastian Schürger entwarf das Etikett dazu.

Für den Start wurden 200 Flaschen abgefüllt

200 Flaschen ließen Willer & Co zunächst abfüllen. Probieren können Interessierte in Kirchhellener Lokalen, wer eine ganze Flasche möchte (kostet um 15 Euro) wird im Einzelhandel des Dorfs fündig oder kann auf kirchellen.de ordern.

Ende Januar soll der Kirchbube noch ein Schwesterchen bekommen, die „Kirchdame“. Das wird dann ein Likör. Marco Willer: „Die süffige Variante.“

 
 

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