Keine Sorge: Rosenmontagszug findet statt

Dirk Aschendorf
Der Weg des Rosenmontagszuges über die Böckenhoffstraße bis zum Rathaus gilt bei Massenandrang und großen Wagen als gefährlich. In diesem Jahr waren 38 Motivwagen, über 40 Fußtruppen und rund 50 000 Besucher dabei.
Der Weg des Rosenmontagszuges über die Böckenhoffstraße bis zum Rathaus gilt bei Massenandrang und großen Wagen als gefährlich. In diesem Jahr waren 38 Motivwagen, über 40 Fußtruppen und rund 50 000 Besucher dabei.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Eine Karnevalsgesellschaft stellte den Zug schon öffentlich wegen gestiegener Sicherheitsanforderungen in Frage. Es geht um das Aufstellen von Drängelgittern oder Verlegung des Zuges.

Bottrop.  Rosenmontagszug in Gefahr - stirbt der Bottroper Straßenkarneval aus? „Natürlich nicht, der Zug findet statt“, sagt Paul Ketzer. Nur weil eine Karnevalsgesellschaft irgendetwas im Internet verbreite, sei das kein Grund, den Zug ausfallen zu lassen, reagiert der Erste Beigeordnete der Stadt.

Die KG Batenbrock hatte auf ihrer Homepage den Teufel schon an die Wand gemalt und angesichts notwendiger erhöhter Sicherheitsvorkehrungen im stark besuchten und engen Bereich der unteren Böckenhoffstraße von wenig glücklichen Notlösungen gesprochen oder die Teilnahme an einem zu stark veränderten Zug in Frage gestellt.

Tatsache ist, dass es im genannten Zug-Abschnitt in der Vergangenheit immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen ist. Alkoholisierte Gruppen beim Kulturzentrum, die enge Kurve vor dem Rathaus, die im großen Gedränge das Lenken der Wagen zur Risikopartie werden lassen: Dies hatte zuletzt Stadt und Polizei auf den Plan gerufen und den Ruf nach so genannten „Drängelgittern“ (wie sie zum Beispiel auch der Moviepark in großer Zahl besitzt) oder nach einer Verlegung des Zugweges über das Lamperfeld laut werden lassen.

Allein, die Zusatzkosten könnten die Bottroper Karnevalsgesellschaften nicht stemmen, so heißt es. Intern spricht man von 5000, eher aber wohl 10 000 Euro, mit denen verbesserte Sicherheitsmaßnahmen zu Buche schlagen. Keine wirkliche Alternative wäre, die Wagen bereits auf der Hans-Böckler-Straße aus dem Zug zu nehmen und alle Teilnehmer zum Rathaus laufen zu lassen. Das wäre dann kaum mehr ein Rosenmontagszug.

Da sind sich auch Paul Ketzer und Marc André Czysch, 1. Vorsitzender des Festkomitees Bottroper Karneval, einig. Einig auch darin, dass man jetzt etwas tun müsse. „Wir führen gerade Gespräche mit Polizei, Straßenverkehrsamt, der Vestischen, bei der ja viele Buslinien betroffen sind, und natürlich mit den Karnevalisten“, sagt Paul Ketzer. Der steuerte übrigens selbst einmal einen Zugwagen über die Strecke und weiß, wovon er spricht.

Ergebnis möglichst nächste Woche

Das Problem sei bei den Karnevalsgesellschaften aber bereits seit März bekannt, so Ketzer. Er selbst favorisiere den bisherigen Weg und den Zug in unveränderter Form - nur eben mit einer tragfähigen Sicherheitslösung, die aber auch die Karnevalsgesellschaften keine riesige Summe kosten solle.

Eine Variante, die wohl auch Marc André Czysch gefällt. Für einen neuen Weg müsste ein Sicherheitskonzept erst erstellt werden, und das braucht Zeit, die eigentlich jetzt schon drängt. „Ich strebe eine Lösung in der nächsten Woche an“, sagt Ketzer. Und: „An einem Brauchtum, das in dieser westfälischen Stadt 50 000 Menschen anzieht, sollte man nicht rütteln.“