Katholisches Stadthaus: Anwohner haben Fragen

Viele interessierte Bürger ließen sich über die geplante Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Katholischen Stadthaus bei einer Anwohnerversammlung informieren.
Viele interessierte Bürger ließen sich über die geplante Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Katholischen Stadthaus bei einer Anwohnerversammlung informieren.
Foto: FUNKE Foto Services
Im Juli soll die neue Unterkunft für Flüchtlinge fertig sein. Stadtverwaltung informiert über die neuen Nachbarn und bittet um ehrenamtliches Engagement.

Bottrop..  Es war die vierte und letzte Anwohnerversammlung, zu der die Verwaltung am Dienstag in den Pfarrsaal der Kirchengemeinde Herz Jesu eingeladen hatte. Sozialdezernent Willi Loeven und Sozialamtsleiter Peter Sommer informierten über die geplante Unterbringung von Flüchtlingen im früheren Katholischen Stadthaus ab Juli.

Begrüßt wurden die Anwohner von Propst Paul Neumann. Er betonte, dass die Gemeinde das Stadthaus nicht habe halten können und deshalb froh über den Käufer sei. Hier wird die Stadt für die nächsten fünf Jahre Hauptmieter sein und voraussichtlich auf drei Etagen 80 bis 100 Flüchtlinge unterbringen, Familien ebenso wie Einzelpersonen.

Die untere Etage wird die Verwaltung als Bürgerbüro und Wohngeldstelle nutzen, sobald Anfang 2017 die Rathaus-Erweiterung beginnt. Auf den von Flüchtlingen genutzten Etagen baut der Vermieter Duschen, Toiletten und Gemeinschaftsküchen ein. Die Bewohner werden eigene Zimmer haben.

Sozialdezernent Willi Loeven erklärte gleich zu Beginn, wie sehr sich die Lage in den letzten Monaten verändern habe. Und Sozialamtsleiter Peter Sommer meinte: „Sie sehen mich hier relativ entspannt.“ Denn während im Januar noch 219 Menschen angekommen seien, waren es seit Anfang Februar lediglich 20.

1714 Flüchtlinge leben derzeit in Bottrop, über 900 in Wohnungen, die die Stadt von Privatleuten und Wohnungsbaugesellschaften angemietet hat. Kommen weiter wenige Flüchtlinge, soll eine Etage im Stadthaus für die Betreuung genutzt werden mit Platz für Beratung und Deutschkurse.

„Was kostet das alles und wer bezahlt es?“, wollte eine Anwohnerin wissen. Kämmerer Loeven: „Wir rechnen 2016 mit Gesamtkosten von 17 Millionen Euro.“ Davon würden Bund und Land 15,5 bis 16 Millionen Euro übernehmen. Ob Flüchtlingen auch erklärt würde, „wie man hier putzt und sich benimmt“, wollte eine andere wissen. Peter Sommer betonte, Flüchtlinge bekämen erst dann eine Wohnung zugewiesen, wenn sie schon etwa drei Monate in Bottrop lebten, ein wenig Deutsch könnten und mit der hiesigen Kultur vertraut seien.

Stadt haftet für Schäden

Das sei auch im Interesse der Stadt, die als Mieterin bei Ärger und Schäden hafte, betonte Sommer. Willi Loeven warb ebenso wie Propst Neumann dafür, den Kontakt zu Flüchtlingen zu suchen und so Vorurteile abzubauen, beide bekamen dafür den Beifall der Versammlungsteilnehmer. Behauptungen über Belästigungen und Zerstörungen durch Flüchtlinge wiesen Loeven und Sommer als Gerüchte zurück.

Gemeinsam warben sie für ehrenamtliche Beteiligung der Bürger, ohne die Integration nicht funktioniere. Die Cyriakus-Gemeinde hat bereits ihr Engagement zugesagt und auch die katholische Familienbildungsstätte will helfen

Wer sich engagieren will, kann sich an Thomas Schwarzer vom Kommunalen Integrationszentrum wenden, Rufnummer 02041 70 4760.

 
 

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