Kampf dem Knochenschwund durch Muskelkräftigung

Dieses Modell zeigt osteoporotische Wirbelsäulen-Knochen.
Dieses Modell zeigt osteoporotische Wirbelsäulen-Knochen.
Foto: Frank Vinken / waz
Zum Weltosteoporose-Tag am 20. Oktober wird daran erinnert, dass die Knochenerkrankung nicht nur Frauen, sondern auch Männer trifft. Muskelkräftigung und Sturzprävention können Betroffenen helfen, rät die Rheuma-Liga in Bottrop.

Bottrop.  Osteoporose gilt immer noch als eine typische Erkrankung älterer Frauen. Doch neben jeder dritten Frau ab 50 Jahren erkrankt auch jeder fünfte Mann ab diesem Alter an krankhaftem Knochenschwund. Zum Weltosteoporose-Tag am 20. Oktober rückt die Internationale Osteoporose Stiftung daher die Knochengesundheit von Männern stärker in den Blick. Als Anlaufstelle für alle Betroffenen versteht sich die Arbeitsgemeinschaft Bottrop der Rheuma-Liga.

„Von unseren 560 Mitgliedern sind bestimmt 150 an Osteoporose erkrankt“, sagt Wolfgang Becker, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft. Das Tückische: „In der Anfangsphase haben die Betroffenen so gut wie keine Schmerzen.“ Dann stehen sie vielleicht plötzlich mit einem Wirbelbruch da, der Orthopäde misst die Knochendichte und stellt die Erkrankung fest.

Risiko für Knochenbrüche steigt

Denn durch Osteoporose steigt das Risiko von Knochenbrüchen. Im fortgeschrittenen Stadium können diese sogar schon bei geringer Belastung auftreten – da brechen Rippen einfach beim Husten. Und das kommt daher, erläutert Becker: Bei jedem Menschen baut sich die bis dahin zunehmende Knochenmasse ab dem 40. Lebensjahr wieder ab – bei der Osteoporose allerdings über das natürliche Maß hinaus. Das hat Auswirkungen auf Knochenstruktur und -funktion.

Bei Frauen tritt Osteoporose sehr häufig nach der Menopause auf. Bei Männern ist sie oft eine Folge anderer Erkrankungen. Weitere Risikofaktoren sind die Langzeiteinnahme bestimmter Medikamente, eine kalziumarme Ernährung, Bewegungsmangel, Untergewicht, Rauchen, Alkohol.

Osteoporose ist nicht heilbar

Heilbar ist Osteoporose nicht, aber gegen das Fortschreiten lässt sich etwas tun. Vitamin D und Kalzium spielen dabei eine Rolle. Ebenso Medikamentengabe, so Becker. „Und der Orthopäde wird raten: Bewegen Sie sich“, ergänzt Petra Große-Sender, die als Therapeutin für die Rheuma-Liga entsprechende Gymnastikkurse leitet. „Bewegung bekämpft den Schmerz und gibt neue Vitalität.“

Zum Bewegungsprogramm bei Osteoporose gehören neben Dehnübungen und Mobilisation zum Erhalt der Beweglichkeit die Kräftigung der Muskulatur. „Eine gute Muskulatur ist ein Stützkorsett für den ganzen Körper“, so Große-Sender. Wichtig sei aber auch, das richtige Bücken und Heben zu üben. Und Koordination und Gleichgewicht zu trainieren – um Stürze und damit Brüche zu vermeiden.

An den Kursen nehmen mittlerweile auch Männer teil, so Große-Sender. „Die Hemmschwelle, mitzumachen, ist für sie aber schon größer.“ Zwei Drittel der Teilnehmer seien schließlich Frauen. „Wenn sie aber einmal dabei sind, gefällt es den Männern gut.“ Neben der Bewegung spiele auch der Austausch in der Gruppe eine wichtige Rolle. „Sie ziehen sich gegenseitig hoch.“

 
 

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