Im Straßenverkehr gibt es manch neue Regel

Bettina Ansorge
Polizeihauptkommissar Michael Verleger stellt die neue Straßenverkehrsordnung vor.
Polizeihauptkommissar Michael Verleger stellt die neue Straßenverkehrsordnung vor.
Foto: WAZ FotoPool

Bottrop.  Eigentlich sollte die neue Straßenverkehrsordnung vorrangig den Schilderwald in Deutschland lichten. Doch sie schaffte nicht nur selten benötigte oder überflüssig gewordene Schilder ab, sondern führte auch neue ein.

Und sie änderte sogar die Bedeutung bestehender Schilder. Darüber hinaus schrieb der Gesetzgeber die ein oder andere Neuerung in das umfangreiche Werk, das nahezu jeden Einwohner betrifft und an das er sich zu halten hat.

Anschaulich

Um den Bürgern die Neuauflage näher zu bringen und mit ihnen zu diskutieren, veranstaltete die Polizei am Dienstag einen Informationsabend zur neuen „StVO“, die bereits seit April bundesweit in Kraft ist. Im Filmforum der Volkshochschule an der Blumenstraße erklärten die Polizeihauptkommissare Rolf Schmidt und Michael Verleger in einer anschaulichen Präsentation wichtige neue und alte, oft vergessene oder auch häufig missachtete Regeln, die im Straßenverkehr gelten

Die beiden Experten von der Direktion für Verkehr, Verkehrsunfallprävention und Opferschutz kommentierten eine Reihe mitgebrachter Fotos, auf denen falsches und richtiges Verhalten in verschiedenen Verkehrssituationen schnell nachvollziehbar wurde.

Im Mittelpunkt stand dabei das Radfahren. Wann darf und wann muss man auf dem Radweg fahren? Wo ist es grundsätzlich sicherer? „Nicht selten ist der Radweg für Radfahrer gefährlicher. Wenn man sich an die Regeln hält, fährt man auf der Straße meist sicherer“, sagte Rolf Schmidt. Das löste bei den rund 30 Zuhörern an diesem Abend Skepsis aus, denn die meisten fühlen sich mit ihren Fahrräder zwischen Autos und Lastwagen alles andere als wohl. „Dass ich trotz eines breiten Bürgersteigs auf einer viel befahrenen Straße fahren soll, ist doch schwachsinnig“, meinte eine Frau im Publikum.

Königsdisziplin

An diesem Abend werden viele Fragen gestellt. Die Zuhörer wollen wissen, wie sie sich richtig verhalten. So erfuhren sie, dass es bei der Königsdisziplin des Radfahrens, dem Linksabbiegen, ein paar Neuerungen gibt: geänderte Vorschriften zum indirekten Linksabbiegen und extra hierfür eingeführte Haltebereiche und Ampeln für Radfahrer. Die sind inzwischen vereinzelt auch in Bottrop zu finden.

Befragt nach dem Grund ihrer Teilnahme an dieser Veranstaltung, meinte zum Beispiel Hannelore Jürgens: „Ich will auf dem neuesten Stand sein, was die Regeln angeht. Und mich natürlich auch daran halten.“ Sie fahre viel mit dem Rad, aber auch mit dem Auto.

„Sich mal wieder mit der Straßenverkehrsordnung zu befassen ist eine gute Idee. Nicht nur wegen der Änderungen, sondern vor allem, weil man sicher schon Vieles wieder vergessen hat“, meinte Verkehrspolizist Rolf Schmidt - und wünscht zum Schluss allen Zuhörern einen sicheren Heimweg.