Im Jungen Museum wird Geld zur Kunst

Der Künstler Philipp Valenta kniet vor einem seiner Kunstwerke im Jungen Museum.
Der Künstler Philipp Valenta kniet vor einem seiner Kunstwerke im Jungen Museum.
Foto: Michael Korte
In seiner Ausstellung trotzt Philipp Valenta dem Motto „Mit Geld spielt man nicht“ und zeigt, wie das künstlerische Spiel dabei hilft, den Umgang mit Geld zu hinterfragen. Vom 30. Oktober bis zum 27. November sind seine Werke im Jungen Museum zu sehen.

„Geld ist bloß ein erfundenes Wertesystem, ein kollektiver Traum und schlichtweg das Ergebnis einer Gruppenfantasie. Letztendlich ist Geld nur bedrucktes Papier“, erklärt der Künstler Philipp Valenta (27), der mit seiner Ausstellung im Jungen Museum das Thema Geldwert kritisch hinterfragt. Dabei geht es ihm nicht um die Verteuflung des Währungssystems, sondern um die Anregung, Geld nicht als einen selbstverständlichen Wert zu betrachten. Vom 30. Oktober bis zum 27. November sind seine Arbeiten im Jungen Museum zu sehen.

Moneyart

Valenta steht in der Tradition der „Moneyart-Künstler“, die die alltäglichen Mittel des Geldsystems in einen anderen Kontext setzen und von ihrer Funktion entfremden, um den Betrachter zum Nachdenken anzuregen. „Geld erfüllt viele Funktionen, ist ein Währungsmittel und Kommunikationsmedium, das Möglichkeiten eröffnet, aber nicht ungefährlich ist“, sagt Valenta, der 2012 sein Studium der freien Kunst an der Bauhaus Universität Weimar abgeschlossen hat. Während eines sechsmonatigen Praktikums in einem Finanzinstitut sammelte der gebürtige Hattinger Inspirationen für seine Ausstellung.

Manche Exponate erschließen sich dem Betrachter sofort, wie zum Beispiel die Videoarbeit „Geldwäsche“, die frei nach Wortlaut eine Waschmaschine bei der Geldscheinwäsche zeigt. Bei anderen Kunstwerken wird die Bedeutung erst auf den zweiten Blick klar: „Donnerstag, Freitag“ zeigt die beiden Wochentage in Kohleaufschrift auf weißem Hintergrund. Valenta deutet damit auf den Börsencrash am Schwarzen Freitag („Black Friday“) hin, der in den USA wegen der Zeitverschiebung als Schwarzer Donnerstag bekannt ist. Die Kohleaufschrift ist ein Spiel mit der Doppeldeutigkeit des Wortes Kohle.

„Mit meiner Kunst will ich die finanzwirtschaftliche, kulturhistorische und soziale Rolle des Geldes beleuchten“, erklärt Valenta. In seinen Werken finden sich zahlreiche Anspielungen auf Kultur und Geschichte, auf die griechische Antike oder bekannte Popsongs: Die Dollarnote mit der Aufschrift „I like big bucks and I cannot lie“ ist eine Anspielung auf den Rap-Song von Sir-Mix-a-Lot „I like big butts and I cannot lie“. In „Der goldene Faden der Ariadne“ verlässt Valenta die Moderne und spielt auf den antiken Mythos über Prinzessin Ariadne an, die Theseus den „Ariadnefaden“ schenkt, damit er sich nicht im Labyrinth des Minotaurus verirrt. Das Kunstwerk zeigt einen Golddruck des schwankenden Goldkurses, der wie der Ariadnefaden angeblich als sichere Leitlinie gilt. „Dabei sieht man hier, wie wechselhaft der Goldpreis ist“ sagt Valenta, der in seiner Ausstellung auf die Gefahren eines unhinterfragten Umgangs mit Geld aufmerksam macht.

 
 

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