Bottrop. „Kaufen wollen wir den Bus nicht , wir wollen ihn uns nur ansehen“, sagt Lars Tata von Innovation-City. Zur Besichtigungstour sind auch Bürgermeister Klaus Strehl und Karsten Walter von den Vestischen Verkehrsbetrieben gekommen.
Der Bus setzt sich am Hauptbahnhof leise in Bewegung. Von einem Motorengeräusch ist nichts zu hören. W. Juijten von der niederländischen Firma Ebusco, die den Bus anbietet, erläutert die Vorteile des elektrobetriebenen Fahrzeugs.
Keine genauen Daten
„Zu den Betriebskosten gibt es nur Schätzungen, wir gehen aber davon aus, dass der Bus nur ein Viertel dessen kostet, was ein vergleichbarer Bus mit Dieselmotor kostet.“ Gebaut wird der Bus in China, hier in Europa wird er von der niederländischen Firma angeboten. Karsten Walter von der Vestischen sieht die Unterschiede zu europäischen Fabrikaten auf den ersten Blick. „Die Infoschilder im Bus entsprechen nicht unseren Vorschriften, und die Treppen im hinteren Bereich würden wir auch so nicht akzeptieren können.“ Positiv bemerkt er aber den leisen Motor. „Das ist schon mehr als deutlich“, sagt er anerkennend.
Gefahren wird der Bus von Janet Jager. Sie ist begeistert von dem leisen Antrieb. „Er hat wirklich den gleichen Anzug wie ein herkömmlicher Bus.“ Die Niederländerin betont aber sofort: „Das meine ich wirklich. Für Werbung werde ich nicht bezahlt. Ich hab nur Geld dafür bekommen, den Bus hier hin und wieder zurück nach Holland zu fahren.“
Leise wie eine U-Bahn
Jager ist seit zwölf Jahren Busfahrerin und hat in dieser Zeit „nichts vergleichbares gefahren“. Bürgermeister Klaus Strehl vergleicht den Bus sogar mit einer U-Bahn. „Der macht genauso wenig Lärm. Mir hat er extrem gut gefallen.“
Das Mobil ist noch nicht auf den Straßen zu sehen. Auch nicht in den Niederlanden. „Wir verhandeln gerade mit der Stadt Utrecht“, sagt Juijten, „aber eine Entscheidung gibt es auch hier noch nicht“. Für Innovation-City sind Elektromotoren ein großes Thema, sagt Tata. „Sie findet man in Motorrädern, Autos, und jetzt auch in Bussen.“
Der vorgeführte Bus hat Platz für 70 Fahrgäste, und ist so groß wie ein normaler Linienbus ohne Gelenkverlängerung. Er soll mit voll besetztem Fahrgastraum bis zu 250 Kilometer weit fahren können, ohne die Batterie laden zu müssen. Nach der Probefahrt wird der Markt weiter beobachtet und neue Angebote eingeholt. „Wir informieren uns auch noch bei einem anderen Anbieter“, sagt Lars Tata.