Im Bottroper Klärbecken entsteht eine bunte Klanginsel

Angelika Wölk
Die Künstler Ingo Stanelle (re.) und Heiner Szamida vom Verein „Kunstreich im Pott“ sind gerade dabei, die Klanginsel auf dem ehemaligen Klärbecken im Bernepark aufzubauen.
Die Künstler Ingo Stanelle (re.) und Heiner Szamida vom Verein „Kunstreich im Pott“ sind gerade dabei, die Klanginsel auf dem ehemaligen Klärbecken im Bernepark aufzubauen.
Foto: Michael Korte
Schüler der Droste-Hülshoff- und der Schillerschule in Bottrop haben den Künstlern Ingo Stanelle und Heiner Szamida bei den Vor-Arbeiten für die „Klanginsel“ tatkräftig geholfen. Sie schwimmt auf dem ehemaligen Klärbecken im Bernepark – als Teil der Kunst-Aktionswoche „Die Welt wird Klang“ vom 25. bis 29. August.

Bottrop.  Aus dem ehemaligen Klärbecken im Bernepark erklingt in diesen Tagen schon zarte Musik. Jeder Windstoß erzeugt eine Melodie, die über das Wasser gleitet, sich an der Betonmauer verstärkt und von dem Beckenwall weiter geschickt wird in den Ebeler Himmel. Die Windspiele hängen in bunten, kreuz und quer verstrebten Holzstämmen, die aus einer Bretterinsel wachsen. Mittendrin stehen die beiden Künstler Ingo Stanelle, Musiker und Instrumentenbauer, und Heiner Szamida, bildender Künstler. Sie schrauben, hämmern, sägen und schleppen schwere Kisten auf die Bretter-Insel. Wer sie in diesen, vom Regen durchzogenen, Tagen auf der Insel sieht, hält sie eher für Bauarbeiter.

Die Künstler vom Verein „Kunstreich im Pott“ haben die „Klanginsel“ konzipiert, tatkräftig mitgebaut haben allerdings Schüler der Droste-Hülshoff-Schule, auch Schüler der Schillerschule waren eingebunden. Ein Kunst-Projekt als Gemeinschaftsarbeit im Stadtteil. Es ist Teil der Kunst-Aktionswoche „Die Welt wird Klang“ vom 25. bis 29. August im Bernepark.

Aber zunächst muss noch die Insel komplett werden. „Wir müssen uns sputen“, sagt Ingo Stanelle und guckt stirnrunzelnd in den Himmel. Regenwolken sind im Anzug. „Die Arbeit ist echte Strafe“, ruft er scherzend über das Wasser, während Heiner Szamida unter der Last einer Kiste stöhnt. „Ein paar tausend Kilo werden es schon sein, die wir rangeschafft haben“, sagt er.

Und dann packen sie eines der Windspiele aus, die die Droste-Hülshoff-Schüler liebevoll konstruiert haben. Selbst dem Kant-Balken in der Mitte sieht man an, dass sich die jungen Künstler bei den Arbeiten große Mühe gegeben haben. Allles ist sorgsam geglättet und eingeölt. Die Holz-Figuren, die sich unten im Wind drehen, sind schon selbst kleine Kunstwerke. Aber auch die bunte Balkenkonstruktion zeugt davon, dass die Schüler mit Begeisterung dabei waren.

Ebel wird mit der Klanginsel und die Aktionswoche im August zu einem Industrie-Kunst-Standort der besonderen Art. Die Idee dazu stammt vom Referat Migration und dessen Leiter Dieter Pillath. „Gedanklich ist das Projekt so eine Art Fortführung der Kulturhauptstadt 2010“, erklärt er. Schließlich habe die Kulturhauptstadt die Kultur auch in die Stadtteile bringen wollen. Und weil sich die Förderbedingungen des Landes für diese Art von Stadtteil-Projekten geändert habe, habe man für dieses Kunstprojekt einen Kooperationspartner gebraucht. „Und den haben wir mit dem Verein Kunstreich im Pott gefunden“, freut Pillath. Mehrere andere Projekte seien schon entstanden, etwa ein Jugend-Musik-Video oder auch der Interkulturelle Chor.

Zunächst allerdings müssen noch letzte Handgriffe an der Klanginsel ausgeführt werden. Und ab Freitag, zur Vernissage mit den Schülern, werden die Klänge alle Besucher des Parks in eine ganz besondere Stimmung versetzen. „Alle fünf Windspiele sind auf A-Moll gestimmt“, erläutert der Instrumentenbauer. „Es wird kein Ton-Chaos geben, alles klingt zusammen.“ Ebel – der Stadtteil der Sphärenklänge.