Hospiz auf der Zielgeraden

Über die Rekordspende von 63 000 Euro für das erste Bottroper Hospiz freuen sich Oberbürgermeister Bernd Tischler, Peter Stadtmann, Klaus-Dieter Erkrath, Antje Looschelders, Holger Czeranski, Jens Watenphuhl und Oliver Helmke (v.l.)
Über die Rekordspende von 63 000 Euro für das erste Bottroper Hospiz freuen sich Oberbürgermeister Bernd Tischler, Peter Stadtmann, Klaus-Dieter Erkrath, Antje Looschelders, Holger Czeranski, Jens Watenphuhl und Oliver Helmke (v.l.)
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool

Bottrop..  Der lange Weg zu Bottrops erstem Hospiz könnte bald geschafft sein. So zuversichtlich zeigte sich jedenfalls der Vorstand des Hospizvereins, dem Oberbürgermeister Bernd Tischler jetzt die Rekordspende von 63 000 Euro überreichen konnte.

So viel war jüngst beim dritten Spendenlauf „Bottrop Beweg Dich“ zusammengekommen (die WAZ berichtete). Und Tischler als Schirmherr dankte „seinen“ Bottropern, Mitläufern wie Sponsoren, für deren Einsatz: „Ich bin stolz auf unsere Stadt.“

Einschließlich dieser Summe, die laut Initiator Peter Stadtmann gestern auf das Vereinskonto überwiesen wurde, verfügt der Verein nun über ein Basiskapital von insgesamt 350 000 Euro. Genug, um Bottrop demnächst auf die Hospiz-Landkarte zu setzen, denn dort ist man als einzige Großstadt in NRW bislang nicht vertreten. Dabei ist der Bedarf groß. Von etwa 250 Schwerstkranken geht Klaus-Dieter Erkrath aus. Bis jetzt seien diese Menschen auf den ambulanten Hospizdienst angewiesen oder müssten in den nächsten stationären Einrichtungen in Oberhausen, Essen oder anderswo betreut werden, so der Vereinsvorstand.

Das könnte nun ein Ende haben, wenn das ehemalige Chefarzthaus auf dem Gelände des Knappschaftskrankenhauses zum Hospiz umgebaut wird. Seit fünf Jahren arbeiten Hospizverein, Knappschaftskrankenhaus und die ambulante Hospizgruppe intensiv an der Verwirklichung der Pläne für die stationäre Betreuung sterbenskranker Menschen.

Das auf acht bis neun Plätze angelegte Haus soll ein Gegenentwurf zur aktiven Sterbehilfe sein. Würde in der Pflege Todkranker, Schmerzfreiheit auch in der letzten Lebensphase: Das hat sich die Hospizbewegung in den vergangenen vier Jahrzehnten auf die Fahnen geschrieben, anfänglich auch gegen den Widerstand der medizinischen und politischen Meinungsführer, die oft mit dem Betäubungsmittelgesetz gegen die Schmerztherapie argumentierten. Das hat sich seither geändert.

Nun wartet man in Bottrop auf die Richtung, die der Hospiz-Weg künftig einschlagen wird. Die hängt nicht zuletzt von der Entscheidung ab, die die Knappschaft-Bahn-See aller Voraussicht nach in der nächsten Woche in ihrem Hauptsitz Bochum treffen wird.

Dann entscheidet sich, ob und wie Knappschaft, Krankenhaus und ein neuer gemeinnütziger Verein als künftiger Träger der Einrichtung zusammenarbeiten. Dass man sich bei der Lösungssuche auf der Zielgeraden befindet, bestätigte auch Thomas Tatka, Verwaltungsdirektor des Knappschaftskrankenhauses.

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