Hochkarätige Unterstützung

Michael Friese
Am Kopfende des Tisches verkünden NRW-Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla, OB Bernd Tischler, Initiativkreis-Moderator Bodo Hombach und RAG-Vorstand Dr. Jürgen-Johann Rupp (von links) ihre Projekt-Unterstützung. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
Am Kopfende des Tisches verkünden NRW-Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla, OB Bernd Tischler, Initiativkreis-Moderator Bodo Hombach und RAG-Vorstand Dr. Jürgen-Johann Rupp (von links) ihre Projekt-Unterstützung. Foto: Birgit Schweizer / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Kanzleramtsminister Pofalla und NRW-Staatssekretär Horzetzky sagen für Bund und Land ein Engagement nach Kräften für das Zukunftsprojekt zu.

Die Besuche hochkarätiger Entscheidungsträger nehmen zu, seitdem sich die Stadt aufmacht, Innovation City zu werden. Diesmal waren es Kanzleramtsminister Ronald Pofalla und NRW-Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky, zudem RAG-Vorstand Dr. Jürgen-Johann Rupp und der Moderator des Initiativkreises Ruhr, Bodo Hombach, die im Rathaus eine Medienbeachtung auslösten, wie sie nicht an der Tagesordnung ist. Ihre Botschaft: EU, Bund, Land und die Privatwirtschaft werden das Zukunftsprojekt der 70 000 Einwohner zählenden Bottroper Energie-Modellstadt „Innovation City“ nach Kräften unterstützen.

Für Pofalla ist das die Zusage, „mit EU-Kommissar Johannes Hahn, den ich in der kommenden Woche in Berlin treffe, über dieses große Innovationsprojekt zu sprechen. Ich möchte ihn dazu bewegen, sich in Bottrop persönlich ein Bild davon zu machen.“ Pofalla zeigte sich überzeugt, dass sich die EU in einem finanziell erheblichen Maß an Innovation City beteiligen werde.

Auch das Land wird nach den bereits geleisteten Anschubfinanzierungen für die Management-Gesellschaft weitere Unterstützungen ausloten. „Zum Beispiel rechnen wir zurzeit die Einsparungen für den Null-Emission-Campus der neuen Hochschule aus, um die Summe dann als Investition auszuweisen zu können“, beschrieb Horzetzky neue Wege zur Mittelbeschaffung.

Einen „ganz entscheidenden Beitrag“ zur Finanzausstattung des Modellprojekts erwartet Bodo Hombach von der Geber-Konferenz, wie er sie für den Sommer in Bottrop plant. Sie soll in einem Festzelt auf der Tetraeder-Halde stattfinden. „Erfolgreich werden wir nur sein, wenn die Wirtschaft die Idee mit großem Engagement aufgreift. Unternehmen, die sich jetzt beteiligen, werden später davon profitieren.“ Schon heute gebe es 40 Unternehmen, die spezielle Projekte für Innovation City zugesagt hätten. „Ich hoffe, dass es auf der Geber-Konferenz noch mehr werden. Wir brauchen Firmen, die nicht sagen, hier ist mein Scheck, sondern hier ist mein Engagement.“

Ein solches Engagement wird auf jeden Fall die RAG ins Spiel bringen. Vorstandsmitglied Rupp: „Wir bereiten Projekte vor wie die Erzeugung von Biomasse aus Algen, die rasant in Grubenwasser wachsen. Wir werden Restwärme von Bergehalden nutzen oder speichern schon heute Kokerei-Wärme in mobilen Containern, um damit eine Schule zu beheizen.“ Außerdem verfüge die RAG über große Flächen in der Stadt, auf denen innovative Gebäude und Techniken entstehen könnten.

Oberbürgermeister Bernd Tischler machte einmal mehr deutlich, dass die hoch gesteckten Energie-Ziele „nur dann zu erreichen sind, wenn die Bottroper zum Mitmachen bewegt werden können“. Für sie gebe es schon sehr zeitnah entsprechende Beratungen und Förderprogramme. Unterdessen seien die ersten Projekte angelaufen.