Hilfsangebot für todkranke Bottroper

Sie gehören mit zum Palliativnetz Bottrop und haben den „Palliativmedizinischen Konsiliardienst“ installiert: Angelika te Poel-Kersten (v.li.), Carla Hannig, Christian Busch, Iris Eichner, Gero Wallenfang, Dr. Rolf Eichner, Christian Zimmer, Peter Stadtmann.
Sie gehören mit zum Palliativnetz Bottrop und haben den „Palliativmedizinischen Konsiliardienst“ installiert: Angelika te Poel-Kersten (v.li.), Carla Hannig, Christian Busch, Iris Eichner, Gero Wallenfang, Dr. Rolf Eichner, Christian Zimmer, Peter Stadtmann.
Foto: WAZ FotoPool

Die Hilfe für unheilbar kranke Menschen in Bottrop, die zu Hause betreut werden möchten, wird ausgebaut. Künftig können sie über eine feste Telefon-Nummer in bestimmten Situationen auch einen Palliativ-Arzt (Schmerzlinderung) anrufen. Dazu hat das Palliativnetzwerk Bottrop - ein Zusammenschluss von Ärzten und Apothekern, die Todkranke betreuen – jetzt einen „Palliativmedizinischen Konsiliardienst“ (PKD) eingerichtet. Er nimmt am 1. August seine Arbeit auf.

Für den PKD mussten die beteiligten Ärzte einen Bereitschafts-Dienstplan aufstellen. Der steht nun fest, berichtet Christian Busch, ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme im Marienhospital und Vorsitzender des Vereins. „Die Ruf-Nummer ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr erreichbar“, kündigt er an.

Hausarzt bleibt Haupt-Behandelnder

Das ist aber keine Notdienst-Nummer für Patienten. „Unsere Nummer kennt der behandelnde Hausarzt“, erklärt Dr. Rolf Eichner, stellvertretender Vorsitzender und Facharzt für Innere Medizin. Der Hausarzt gibt sie seinem unheilbar kranken Patienten, falls dieser damit einverstanden ist. Dazu müsse sich der Patient in das Palliativnetz einschreiben lassen. Jeder Hausarzt in Bottrop habe inzwischen eine Informationsmappe über das neue Angebot erhalten. Auch der Hausarzt muss sich anmelden, aber jeder Hausarzt kann den neuen Dienst an seine Patienten weitergeben.

Und das ist auch das Besondere dieses Dienstes, der sich von Angeboten in anderen Regionen Deutschlands unterscheide: „Haupt-Behandelnder bleibt der Hausarzt“, erklärt Dr. Eichner. „Wir unterstützten ihn.“ Und zwar dann, wenn der Hausarzt etwa am Wochenende nicht erreichbar ist und sein Krebspatient vielleicht gerade besondere Schmerzen hat. Oder wenn der Hausarzt sagt: Nun ist eine Situation eingetreten, die ein Palliativmediziner bewältigen sollte. In diesen Fällen erhält der Kranke die spezielle Ruf-Nummer.

Die Koordinatorin wird Iris Eichner übernehmen. Als Krankenschwester und Palliativ-Care-Kraft nimmt den Anruf entgegen und wird dann umgehend den Patienten aufsuchen. Das erforderliche Büro stellt das Marienhospital zur Verfügung. Iris Eichner wird auch den diensthabenden Palliativarzt benachrichtigen. Diese Ärzte haben alle eine entsprechende Zusatz-Qualifikation erworben und wissen, in welchen Extrem-Situationen sich die todkranken Menschen körperlich wie auch psychisch oftmals befinden. Sie lindern deren Qualen und sie trösten, falls das nötig erscheint. Und: „Wir richten uns auch auf die Angehörigen aus“, sagt Angelika te Poel-Kersten, Allgemein-Medizinerin. „Selbstverständlich stützen wir die Angehörigen“, verspricht Carla Hannig, Onkologin. Die Palliativärzte versuchen zu helfen, auch wenn es keine Heilung für den Patienten mehr gibt.

 
 

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