Hilfe bei der Integration

Integration lebt auch von Vorbildern, von Einwanderern, die anderen Zuwanderern zeigen, wie es funktionieren kann mit dem Zurechtfinden in der anderen Gesellschaft. Einer, der jungen Menschen aus Zuwandererfamilien Mut machen will, ist Hüdaverdi Güngör. Der 17-jährige Schüler der Janusz-Korczak-Gesamtschule will dabei helfen, dass Integration auch gelingt. Deshalb hat er in den vergangenen Wochen und Monaten einen großen Integrationsabend vorbereitet (siehe Info-Kasten). „Ich bin jemand, der in der Demokratie viel findet“, sagt der außergewöhnlich engagierte junge Mann. „Aber ich habe keine Partei gefunden, in die ich eintreten wollte.“ Also habe er sich gesagt: Mach Dein eigenes Ding.

Deutschlandstiftung beeindruckt

Die Idee zur Integrationsveranstaltung kam ihm bei einer Aktion der Fußball-Bundesliga. Die gesamt Liga trug im vergangenen September, am 3. Spieltag, statt Trikot-Sponsor das Logo der Deutschlandstiftung Integration „Geh Deinen Weg“ auf der Brust. „Da bin ich drauf gestoßen“, erinnert sich der Schüler mit türkischen Wurzeln. Eine ausgereifte Idee dazu, was genau er machen wollte, habe er aber noch nicht gehabt. „Ich habe dann dreist bei der Deutschland-Stiftung angerufen“, erzählt er über den Entstehungsprozess der Veranstaltung.

Die Stiftung – 2008 vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger gegründet – will den Austausch zwischen Menschen mit unterschiedlichem nationalen und kulturellen Hintergrund fördern. Bei Hüdaverdi Güngör waren sie offenbar gleich begeistert. „Sein persönliches Engagement hat uns beeindruckt“, gesteht Christoph von Below, Mitarbeiter der Stiftung. Am Ende übernahm sie den Mietvertrag für den Veranstaltungsraum, das Pädagogische Zentrum. Oberbürgermeister Bernd Tischler hatte die kostenlose Nutzung vermittelt. Aber da Hüdaverdi Güngör noch minderjährig ist, kann er den Mietvertrag nicht unterschreiben. Die Stiftung überließ ihm für den Abend auch die Nutzung ihres Logos „Geh Deinen Weg.“

Als Redner konnte der selbstbewusste Schüler vor allem Gäste mit türkischen Wurzeln gewinnen. So wird der Schauspieler Aykut Kayazik eine Videobotschaft darüber senden, mit welchen Problemen ausländische Schauspieler zu kämpfen haben, welche Rollen ihnen angeboten werden. Der Künstler Mirza Odabasi, kündigt der junge Veranstalter an, werde über das Thema Zwischenkultur reden – viele Türken der dritten Generation fühlten sich weder ganz als Deutsche, noch ganz als Türken.also „dazwischen“. Auch ein Lehrer der Janusz-Korczak-Gesamtschule sowie der Rechtsanwalt Irfan Durdu aus Bottrop seien mit dabei. Hüdaverdi Güngör wird die Veranstaltung moderieren.

 
 

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