Heinemann-Realschule: Grau in Grau ist nur die Fassade

Oberbürgermeister Bernd Tischler besichtigt in der Gustav-Heinemann-Realschule mit Schulleiter Dirk Brinkmann (Mitte) und Schülersprecher Kursat Demiray die wiederhergestellte Toilettenanlage.
Oberbürgermeister Bernd Tischler besichtigt in der Gustav-Heinemann-Realschule mit Schulleiter Dirk Brinkmann (Mitte) und Schülersprecher Kursat Demiray die wiederhergestellte Toilettenanlage.
Foto: Winfried Labus / FotoPool
Schulleiter Dirk Brinkmann und seine Schüler setzen sich für Verbesserungen ein. Die Stadt beseitigte in den Ferien die gröbsten Mängel: Die Jungentoilette hat jetzt wieder Türen. Der Schulleiter räumt ein, dass die Stadt einiges getan hat, um die alte Schule an der Passstraße in Schuss zu halten. Das Dach und die Fenster wurden erneuert. Das Lehrerzimmer ist modernisiert. „Auch zwei Fachräume und sechs Klassenräume sind in dieser Zeit renoviert worden“, listet Brinkmann auf.

Bottrop.  Die beiden Realschulen in der Stadtmitte liegen Seite an Seite. Der Blick auf ihre Fassaden sagt viel darüber aus, welches Bild sich Eltern von den Schulen machen. Die Marie-Curie-Realschule steht hell und modern da, die Gustav-Heinemann-Realschule direkt daneben „grau in grau“, bedauert ihr Schulleiter, Dirk Brinkmann. „Wichtiger sind der Inhalt des Unterrichtes und das Schulprogramm, und dass die Schüler gut unterrichtet werden“, betont der Schulleiter. Er sei froh darüber, dass auch Eltern das so sehen. Allerdings fördere ein moderner, freundlicher Schulbau ja auch den Lerneifer der Schulkinder, meint Brinkmann. „Sie verhalten sich dann auch einfach anders“, ist er sich sicher.

Im Gespräch mit Oberbürgermeister Bernd Tischler erkannte der Realschulleiter an, dass die Stadt einiges unternommen hat, um das alte Schulgebäude an der Paßstraße einigermaßen in Schuss zu halten. „In den drei Jahren, in denen ich jetzt hier bin, ist viel passiert“, sagt Brinkmann. Das Dach der Gustav-Heinemann-Schule und die Fenster wurden erneuert. Das Lehrerzimmer ist modernisiert. „Auch zwei Fachräume und sechs Klassenräume sind in dieser Zeit renoviert worden“, listet Brinkmann auf.

Ältere Schüler führen in den Pausen Aufsicht

Oberbürgermeister Tischler überzeugte sich in der Realschule davon, dass die Stadtverwaltung ihre Zusage einhält und nach den Winterferien die gröbsten Mängel beseitigt sind. So haben die Kabinen in der Jungentoilette der Schule jetzt wieder Türen. Unbekannte hatten die Türen aus den Scharnieren gebrochen, ein untragbarer Zustand. „Das durfte auf keinen Fall noch länger so bleiben. Da waren Grundrechte verletzt“, sagte der Schulleiter. Auch der Schimmel, der sich wegen des feuchten Mauerwerks gebildet hatte, ist beseitigt.

Die Schüler achten seit einer Weile auch selbst darauf, dass ihre Toiletten unbeschädigt bleiben. Die älteren Jungen führen in den Pausen Aufsicht. „Seitdem bessert es sich“, sagt Schulsprecher Kursat Demiray. Es gebe weniger Zerstörungen, und sauberer sei die Toilettenanlage nun auch. „Wir achten eben darauf, dass da keiner mehr Mist baut“, erklärt er. Die Schüler versehen den Dienst freiwillig. „Wir möchten ja selbst, dass in unserer Schule alles in Ordnung ist, und wir möchten, dass auch die neuen Schüler einen guten Eindruck von unserer Schule haben“, sagt der Schulsprecher.

Die moderne Mensa für die Kinder beider Schulen zu öffnen, ist nicht so einfach

Voll und ganz abgearbeitet ist die Mängelliste, die die FDP nach ihrem Besuch in der Realschule vorgelegt hatte, aber nicht. Der Schulleiter zeigt auf ein vergittertes Fenster. Dahinter verbirgt sich ein Kiosk. Durch die Gitterstäbe reicht der Kioskbetreiber den Realschülern Pausensnacks und Getränke an. „Unzumutbar“, nennt Brinkmann das. Das sehen auch die Liberalen so. Wie berichtet, hatte die FDP sich in der Realschule an der Paßstraße umgeschaut und die dringendsten Reparaturen an der Schule angestoßen. Das Schulressort verwies jedoch darauf, dass auch die Heinemann-Schüler ihre Pausenbrote in der nahen Mensa bekommen können. Denn die Mensa sei für beide Realschulen gebaut worden.

Im Schulalltag lasse sich das nicht so einfach umsetzen, erklärte Brinkmann. So müsse zwischen den Realschulen zum Beispiel abgestimmt werden, wer Aufsicht führe und wann die Schüler welcher der beiden Schulen Zutritt zur Mensa haben.Den Wunsch nach einer Pausenhalle wird die Stadt ebenfalls kaum erfüllen können. „Wir sind ja schon froh, dass wir Reparaturen vornehmen können“, sagte Oberbürgermeister Tischler. Weil in den nächsten Jahren das meiste Geld für die Sekundarschule gebraucht werde, so der Oberbürgermeister, „können wir uns keine weiteren Neubauten leisten“.

 
 

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