Haus & Grund-Verein schlichtet Streitereien unter Nachbarn

Norbert Jänecke

Im Frühling häufen sich Konflikte unter Nachbarn, stellt der Verein „Haus & Grund“ fest und ruft zu mehr Rücksichtnahme auf. Der Haus & Grund-Ortsverein moderiert Streitgespräche ebenso wie die Schiedsleute. Diese müssen beim Gang vor Gericht ohnehin eingeschaltet werden. Typische Fälle seien: Wenn der Nachbar versuche, seinen Rasen auf Wimbledon-Niveau zu trimmen, müsse er häufig den Rasenmäher nutzen und mache Lärm, der störe. Auch über die Höhe der Hecke oder Zweige des Baumes, die auf Nachbargrundstück herüberwachsen, lasse sich trefflich streiten.

Bottrop sei eine der wenigen Städte, die noch Ruhezeiten vorschreibe, erklärt Haus & Grund-Geschäftsführer Markus Kruse: Im Privaten sind ruhestörende Tätigkeiten im Haus, in Höfen, Gärten und auf Straßen nur an Werktagen von 7 bis 13 Uhr und von 15 bis 20 Uhr erlaubt.

Rücksprache halten

Die Höhe der nachbarlichen Anpflanzungen regelt in NRW das Nachbarrechtsgesetz, erklärt Kruse. Eine direkt an der Grenze stehende Hecke dürfe danach nicht höher als 1,20 Meter sein. Höhere Anpflanzungen müssen einen Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten, welche wiederum von ihrer Größe abhängig sind. Nur in seltenen Fällen könne sich aus Bebauungsplanen oder Ortsüblichkeit etwas anderes ergeben. Auch vor der Errichtung eines Zaunes sollte man unbedingt mit Nachbarn Rücksprache halten.

Sobald Zweige über die Grenze wachsen, muss der Nachbar diese nach Aufforderung innerhalb einer angemessenen Frist schneiden. Tue er dies nicht, dürfe der Eigentümer die Zweige selbst abschneiden. Voraussetzung sei aber, dass die Zweige den Eigentümer beeinträchtigten.

Nachbarn, die sich gestört fühlen, sollten stets versuchen, sich in Ruhe auszutauschen. Streit sollte auch derjenige vermeiden, der die bessere Rechtsposition innehat. Womöglich fände der Nachbar ja auch irgendwann etwas, bei dem er seine Rechtsposition durchsetzen könne.