Gustav-Heinemann-Schüler werden zu Rechenkünstlern

Materialien zum Anfassen und handlungsbezogenes Lernen sind wichtige Bausteine des Projekts „Mathe sicher können“.
Materialien zum Anfassen und handlungsbezogenes Lernen sind wichtige Bausteine des Projekts „Mathe sicher können“.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Bottroper Realschule startet mit der Technischen Universität Dortmund das Projekt „Mathe sicher können“.

Bottrop..  Mit dem Fach Mathe dürfte schon so mancher Schüler gehadert haben. Aber erschreckend ist, was die PISA-Studie gezeigt hat: „Über 20 Prozent der Schulabgänger der Sekundarstufe eins kommen nicht über Grundschul-Niveau hinaus“, sagt Daniela Kasche. Sie ist Netzwerkkoordinatorin beim Projekt „Mathe sicher können“, mit dem dieser Entwicklung etwas entgegengesetzt werden soll. Am Donnerstag startete das Diagnose- und Förderprogramm, das die Technische Universität (TU) Dortmund im Auftrag der Telekom-Stiftung entwickelt hat, an der Gustav-Heinemann-Realschule.

„Das Projekt richtet sich an Schüler, die in Mathe keine Basiskompetenzen haben“, erläutert Kasche, die die Realschule nun drei Jahre begleiten wird. Schritt eins: Mit Hilfe eines Standardtests für alle Fünftklässler wird festgestellt, wer große Probleme mit Mathe hat. Schritt zwei: In Kleingruppen üben diese schwächeren Schüler pro Woche eine Stunde zusätzlich zum Unterricht das Rechnen und lernen, Mathe zu verstehen. Und zwar anhand von Materialien zum Anfassen und – im wahrsten Sinne des Wortes – Begreifen, die die TU Dortmund extra für das Projekt entwickelt hat. Am Donnerstag machten sich die ersten Schüler schon mit dem gut gefüllten, roten Materialkoffer vertraut, der ab jetzt der Realschule zur Verfügung steht. Wichtig sei auch, immer wieder das Gespräch mit den Schülern zu suchen, betont Kasche. Es ist ein Konzept, das einen komplett anderen Ansatz verfolgt als die Methode des selbstständigen Lernens, die derzeit vielerorts favorisiert werde, so Schulleiter Dirk Brinkmann: „Die Kommunikation wird in den Vordergrund gestellt.“ Eingegangen werde dabei auch auf die unterschiedlichen Sprachniveaus, die die Schüler mitbringen – etwa aufgrund ihres Zuwanderungshintergrundes.

Spaß an Zahlen entwickeln

„Ziel ist, dass diese Art der Förderung langfristig ins Konzept der Schule übernommen wird“, erklärt Daniela Kasche. Dafür sorgen will Lehrerin Claudia Vogelsberger, die das Projekt an der Realschule leitet. Sie setzt darauf, dass diese Art der Mathematik zum Anfassen nicht einfach nur Erfolge im Rechnen bringt. „Die Schüler können auf diese Weise auch Spaß an Mathe entwickeln“, glaubt sie. Und werden dann garantiert nicht mehr mit diesem Schulfach hadern.

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