Grüne fordern Schulkonferenz mit Eltern und Lehrern

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Sigrid Beer diskutierte mit den Bottroper Grünen über den Umbau des Schulangebotes in der Stadt.
Die Grünen-Landtagsabgeordnete Sigrid Beer diskutierte mit den Bottroper Grünen über den Umbau des Schulangebotes in der Stadt.
Foto: Fischer

Bottrop.  Sigrid Beer, die Schulexpertin der Grünen im NRW-Landtag, nahm mit Grünen am Ort die Schuldebatte in Bottrop unter die Lupe

Die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Landtag skizzierte im Rahmen einer Grünen-Veranstaltung in Bottrop den Stand der Schulentwicklung im Land. Danach gibt es seit Beginn des Schuljahres 2012/2013 landesweit 42 Sekundarschulen und 20 neue Gesamtschulen. Diese Entwicklung entspreche eindeutig dem Elternwillen in den jeweiligen Städten, Kinder länger gemeinsam lernen zu lassen und über den Bildungsweg ab der Sekundarstufe I nicht schon in der vierten Grundschulklasse entscheiden zu müssen. Dazu komme der Rückgang der Zahl der Kinder, der Veränderungen der Schullandschaft notwendig mache, sowie die eindeutige Abwahl der Hauptschulen durch die Eltern. „Das Aus für die Hauptschulen beruht auf der Abstimmung mit den Füßen und wurde nicht „von oben“ – von der Politik aufgedrückt,“ stellte Sigrid Beer klar.

Primus-Schulmodell auch in Bottrop denkbar

Eine eindeutige Absage erteilte Sigrid Beer der Einschätzung des Gutachter-Büros biregio, das die Grundlage für den Entwurf des Bottroper Schulentwicklungsplanes bildete, in Bezug auf das Primus-Schulmodell. Dabei schließt sich eine Grundschule mit einer weiterführenden Schule in der Nähe zu einer durchgehenden Schule mit gemeinsamem Unterricht von der Jahrgangsstufe 1 bis 10 zusammen. Beer: „Dass das Modell der Primus-Schule vorzugsweise für den ländlichen Raum in Frage komme, ist falsch. Genug Städte haben sich für dieses Modell beworben, und es wäre auch für Bottrop denkbar – es muss nur gewollt sein.“

Grüne fordern eine Bildungskonferenz

Ziel einer positiven Schulentwicklung ist aus der Sicht der Grünen „die beste Bildung für alle Kinder in Bottrop“, so fasst Stefan Voßschmidt, Vorstandssprecher von Bündnis 90/Die Grünen, zusammen. Die Bottroper Grünen halten eine reine Schulstrukturdebatte dabei für nicht zielführend. Darum fordern sie: Schluss mit den Grabenkämpfen unter einzelnen Schulen und der öffentlich ausgetragenen Klientelpolitik, die in der Sache nicht weiter führen. Die Grünen fordern einen gesellschaftlichen Diskurs aller mit Bildung befassten Gruppen als Bildungskonferenz mit Schüler-, Eltern- und Lehrervertretern, GEW, DGB, Kirchen, Jugendhilfe, RAA, Integrationsrat, Behindertenbeirat sowie Kinderschutzbund. Nur auf dieser Grundlage lasse sich langfristig eine Schullandschaft entwickeln, die allen Kindern gerecht wird.

Neugliederung nur im Einvernehmen mit Eltern und Schülern

Die Grünen betonen, dass eine zukunftsorientierte Neugliederung der Schullandschaft nur im Einvernehmen mit den jeweiligen Akteuren vor Ort, zum Beispiel mit Eltern und Schülern, möglich ist. So kritisierte Fraktionsvorsitzende Andrea Swoboda: „Das Schuldezernat hat schon bei der Erstellung des Schulentwicklungsplanes ein positives Mitgestalten und eine dringende Information aller Betroffenen versäumt. Nur das Schulverwaltungsamt hätte - anders als CDU, SPD und FDP mit ihren verwirrenden Darstellungen - ergebnisoffen über die Möglichkeiten des neuen Schulgesetzes informieren können und müssen“.

Die Grünen erwarten bei der Informationsveranstaltung zum Schulentwicklungsplan Referenten, die über die erfolgreiche Umwandlung in Sekundarschulen berichten, aber auch alternative Wege aufzeigen. Andrea Swoboda: „Der Wille gut informierter Eltern ist für uns wichtig bei der Gestaltung der Schullandschaft.“