Große Oper auf der Orgel

Einer Wanderung die Epochen der Musikgeschichte glich der Soloabend von Ulrich Isfort. Von Pachelbel bis Reger über Bearbeitungen von Mozart und Liszt reichte das Spektrum, mit dem der Kantor aus Schwelm jetzt in Liebfrauen - zumindest für Bottrop - die Reihe der „Sommerlichen Orgelkonzerte“ des Bistums beendete. Wer mag, kann das Programm am Freitag in der Herz-Jesu-Kirche in Essen-Burgaltendorf noch nachhören.

Es gibt Stücke, die bereits eine lange Geschichte der Wiederverwertung hinter sich haben. Das weist einerseits auf ihre Qualität aber natürlich auch auf die ungebrochene Beliebtheit dieser Werke, oft über Jahrhunderte, hin.

Bekannt aus „Jenseits von Afrika“

Mit dem langsamen Satz , dem berühmten Adagio, aus Mozarts einzigem Klarinettenkonzert setzte Ulrich Isfort so einen überaus sanglichen Kontrapunkt vor allem zu Bachs vorausgegangenen prachtvollen Fantasie und Fuge g-Moll. Dabei arbeitete der Solist das mehrteilige liedhafte Thema - das Cineasten vielleicht als Filmmelodie aus „Jenseits von Afrika“ kennen - fein heraus. Vor allem die Zungenregister verleihen der großen Seifertorgel dabei ihr farbiges Potenzial. Überhaupt lag die Stärke dieses Abends eher bei den „stilleren“ Kompositionen, wie zum Beispiel der klar strukturierten und transparent wiedergegebenen f-Moll „Ciaconne“ des norddeutschen Bach-Vorgängers Johann Pachelbel.

Auch drei bekannte Choralvorspiele des in diesem Jubiläums-Jahr unvermeidlichen Max Reger (1873-1916) aus dessen Opus 135a zeigte Isfort als delikate Miniaturen.

Dafür trieb der Schwelmer Kantor bei der populären „Suite Gothique“ das große Instrument nicht nur fast an seine Grenzen. Vor allem bei der „Introduction“ und dem „Menuet“ trug er bei der Registrierung recht „dick“ auf.

So auch bei Liszts Orgel-Adaption des Pilgerchors aus Wagners Oper „Tannhäuser“. Farbigkeit, Melodiewechsel und Rhythmik machen das Stück vor allem mit den flirrenden Triolen in der Rechten und der Melodie in der Linken förmlich zum „Handbrecher“. Die Übergänge hätten dabei durchaus geschmeidiger ausfallen können.

 
 

EURE FAVORITEN