Groß-Demo der Jugendverbände

Mit einem Zeltlager, Workshops und Aktionen demonstrierten 250 Kinder und Jugendliche gegen die Streichung von Fördergeldern
Mit einem Zeltlager, Workshops und Aktionen demonstrierten 250 Kinder und Jugendliche gegen die Streichung von Fördergeldern
Foto: WAZ FotoPool

Bottrop..  Ein imposantes Bild bot am Wochenende der Rathausplatz.. Der BDKJ hatte zu einem großen Protestlager aufgerufen – und so wurde der Ernst-Wilczok-Platz zu einem riesigen Meer aus Zelten. Anlass: Die Stadt hatte ursprünglich in ihr Sparpaket miteingeschnürt, Zuschüsse für die Kinder- und Jugendarbeit in Bottrop zu streichen.

Neongrüne Armbänder in der Nacht

„Das geht gar nicht“, waren sich die 250 Teilnehmer einig – und so kamen Pfadfinder, KjG, Kolpingjugend und Malteser Jugend zusammen, um ihre Kampfbereitschaft unter Beweis zu stellen. „Unsere Arbeit wird durch die vielen Ehrenamtlichen getragen, doch ohne Zuschüsse können wir den Kindern nicht mehr viel bieten, außer wir machen es viel teurer, das ist aber nicht Sinn der Sache“, sagte Sven Storb, Vorsitzender des BDKJ.

Mit Infoständen, vielen Aktionen und Workshops, die von und mit den Kindern und Jugendlichen gestaltet wurden, sollte auf die Bedeutung dieser Einrichtungen aufmerksam gemacht werden. Auch bei dem eher ungemütlichen Wetter ließen es sich die mit neongrünen Armbändern ausgestatteten Teilnehmer nicht nehmen, die Nacht am Rathaus zu verbringen, um zu zeigen, wie ernst es ihnen ist.

Jede Woche erreichen die verschiedenen Jugendverbände mehrere hundert Kinder und Jugendliche in unserer Stadt. „Gerade die jährlichen Fahrten wie das Sommerlager der Pfadfinder können wir nur durch die Zuschüsse so billig anbieten, wie das ohne das Geld aussehen würde, wollen wir uns gar nicht vorstellen“, meinte auch Pauline Hartmann, eine Leiterin der Pfadfinder. Denn nicht nur der pure Spaß stehe bei den Organisationen im Vordergrund. „Die Jugendlichen lernen Verantwortungsbewusstsein und wie sie sich erfolgreich in eine Gruppe integrieren. Man kann so viel lernen und für sein späteres Leben mitnehmen, das darf die Stadt nicht so einfach im Stich lassen.“

Tatsächlich wurde der Antrag letzte Woche von der Verwaltung zurückgezogen. „Ich denke, sie haben einfach gemerkt, was sie alles gefährden würden, wenn sie uns die Mittel wegnehmen“, so Storb. Die Veranstaltung fand allerdings trotzdem statt. „Wir wollten die Möglichkeit nutzen, uns der Stadt zu präsentieren, zu zeigen, warum es so wichtig ist, diese Einrichtungen zu erhalten und das haben wir gut hinbekommen.“

Von allen gelobt wurde die Zusammenarbeit der Institutionen. „Es war eine Premiere, dass wir alle zusammen so etwas veranstaltet haben, alle haben an einem Strang gezogen. Es war wirklich toll.“

Eine durchweg ositive Resonanz gab es auch von den vielen Passanten, die stehen blieben und sich die eher ungewöhnliche Demonstration ansahen. „Die Leute haben sich informiert und ich habe nicht eine einzige negative Stimme gehört.“

 
 

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