Groppe kehrt nach 100 Jahren in die Emscher zurück

Äußerlich unterscheidet sich die urtümlich wirkende „Emscher-Groppe“ nicht von ihren Artgenossen. Wohl aber genetisch.. Foto: EG
Äußerlich unterscheidet sich die urtümlich wirkende „Emscher-Groppe“ nicht von ihren Artgenossen. Wohl aber genetisch.. Foto: EG
Abgeschottet über mehr als 100 Jahre bildete der Fisch in einer Art unverseuchtem Reservat vermutlich eine neue Unterart aus, die jetzt die Boye abwärts in die renatuierten Emscher-Bereiche wandert. Forscher sind begeistert.

Bottrop.. Eine für die Fachwelt ganz erstaunliche Entdeckung machten die Biologen der Emschergenossenschaft, als sie die Boye, einen Bottroper Nebenlauf der Emscher, unter die Lupe nahmen. Nach deren Umbau von einem offenen Abwasserkanal zurück in eine naturnahe Gestaltung stießen sie auf putzmuntere Groppen. Nicht nur, dass es diese Fische seit über hundert Jahren nicht mehr in dem Bachlauf gibt - seine Schmutzfracht hatte sie ausgerottet - sie gelten zudem auch noch als einzigartig. Denn ihr Genom weist sie als eine Unterart aus, wie sie nach heutigem Kenntnisstand ausschließlich in der Boye vorkommt. Wie das?

„Die Forscher gehen davon aus, dass Groppen im Oberlauf der Boye überlebt haben. Dort blieb der Bach auf einem kurzen Stück von den Einleitungen verschont“, sagt Ilias Abawi, Sprecher der Emschergenossenschaft. Abgeschottet vom genetischen Austausch mit den Artgenossen außerhalb diese kleinen Refugiums könnten sie in den letzten 120 Jahren dort eine neue Unterart gebildet haben, die nun bach-abwärts wandert.

Gewässer

Mit der Verbesserung der Gewässer im neuen Emschertal soll die „Emscher-Groppe“ schon möglichst bald unter wissenschaftlicher Begleitung den Weg in weitere, bereits umgestaltete Gewässer im Emschergebiet finden.

 
 

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