Grauer Star: Oft Ärger um OP-Kosten

Gesetzlich Krankenversicherte haben bei erforderlicher Behandlung des Grauen Stars einen Anspruch auf Kassenleistung. Darauf weist die Verbraucherberatung nach Beschwerden von Patienten hin.

Grauer Star – auch Katarakt genannt – ist eine der häufigsten Augenkrankheiten im Alter, bei der sich die Augenlinse immer mehr trübt. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die sogenannte Katarakt-OP, bei dem die trübe Augenlinse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt wird, und übernehmen auch die Kosten für erforderliche Vor- und Nachuntersuchungen.

Patientenklagen

Im Online--Portal der Verbraucherzentrale NRW klagen Patienten jedoch immer wieder darüber, dass Augenärzte die Operation nur in Kombination mit kostenpflichtigen Voruntersuchungen durchführen wollen und sonst den Eingriff verweigern. „Solche Angebote sind unseriös. Bei einer Katarakt-Operation können Patienten auf eine kostenlose Vor- und Nachbehandlung pochen. Kostenpflichtige Extras sind freiwillig und können allenfalls das Angebot ergänzen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Arzte mit Kassenzulassung verstießen gegen ihre Berufspflichten, wenn sie gesetzlich Krankenversicherte zur Inanspruchnahme von Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) drängen und die erforderliche Behandlung von der Inanspruchnahme kostenpflichtiger Extras abhängig machen. Wer als Augenarzt über eine Kassenzulassung verfüge, müsse die wesentlichen Leistungen, die die gesetzlichen Kassen übernehmen, anbieten.

Um die passende Ersatz-Kunstlinse zu ermitteln, wird das Auge vor der chirurgischen Behandlung vermessen. Hierzu gibt es aktuell in der Augenmedizin zwei Untersuchungsverfahren: die Biometrie mit Ultraschall sowie die optische Biometrie mit dem IOL-Master (Lasertechnik). Die Vermessung des Auges per Ultraschall zahlt die Kasse. Weil bei diesem Verfahren eine Berührung der Augenlinse nicht ausgeschlossen ist, wird die Messung unter lokaler Betäubung durchgeführt. Berührungsfrei erfolgt die optische Biometrie mittels Laserstrahl. Für die Anwendung dieser Methode müssten Patienten jedoch um 100 Euro aus eigener Tasche bezahlen.

Falls vor der Augen-OP erforderlich, übernehmen die Krankenkassen nach Angaben der Verbraucherzentrale auch die Kosten für die Glaukom-Untersuchung. Bezahlt werden die Untersuchung des Sehnervs, die Messung des Augeninnendrucks und die Untersuchung des Auges per Spaltlampenmikroskop. Verlangt ein Arzt hierfür 20 Euro statt die Kassenleistung zu erbringen, sollten Patienten dies ablehnen.