„Gospel-Musik hat auch hier Top-Qualität“

Shelli Powe.
Shelli Powe.
Foto: Winfried Labus
Shellie Powe und ihr Ehemann Ken leiten ab morgen Workshops bei der 13. Bottroper Gospelwoche. Sie waren bereits mehrfach zu Gast in der Stadt und freuen sich auf das internationale Flair dieser Woche

Bottrop..  Heute beginnen die 13. Bottroper Gospeltage, deren Höhepunkt die große Gospelnacht am Samstag in St. Cyriakus bildet. Sechs Mal war Shellie Powe mit ihrem Ehemann Ken bereits dabei. Denn Bottrop ist mit seiner inzwischen traditionsreichen Gospelwoche für die beiden Amerikaner nicht nur eine wichtige Station, wo man ihre Musik schätzt, liebt und auf fabelhaftem Niveau erleben kann. In dieser Stadt haben sie mittlerweile viele Gleichgesinnte und, was noch wichtiger ist, auch einige Freunde gefunden.

Können Europäer oder Deutsche mit ihrer großen Chor- und Musiktradition Gospels überhaupt so singen, dass man als Amerikaner nicht weglaufen möchte? „Klar!“, sagt Shellie, die in ihrer Heimatgemeinde in Alabama, tief im Süden der Vereinigten Staaten, für die gesamte Musik verantwortlich ist. „Was ich hier in Bottrop hörte, von eurem Credo-Chor, aber auch von vielen Gastchören des Festivals aus ganz Europa, hat auch für amerikanische Standards eine Top-Qualität.“ Sicher, manchmal werde vor allem in den Workshops, die heute starten, an der Aussprache des Amerikanischen gefeilt und auch über die Entstehung und die Tradition der Musik gesprochen, die in Staaten wie Alabama ein wichtiges Zentrum hat. Aber eigentlich geht es Shellie und Ken Powe um die Geist, den „spirit“, wie sie sagen, dieser zutiefst religiösen und trotzdem auch unterhaltenden Musik. „Die ist ein bisschen so wie eine musikalische Predigt“, sagt Ken Prowe. Eigentlich ist er Englisch-Lehrer, hat aber in seiner Gemeinde auch ein Predigeramt und ist - natürlich, möchte man fast sagen - von der Gospel-Musik infiziert.

„Wichtig ist das Gefühl beim Singen, es gibt ja streng genommen kein Notenmaterial“, sagt Shellie. „Du formst den Text, der natürlich immer einen biblischen Hintergrund hat. Es geht um Rhythmus, Harmonien, natürlich einen guten Sitz der Stimme. Aber ich selbst hatte zum Beispiel nie klassischen Gesangsunterricht“, so die Musikchefin ihrer Gemeinde, die darüber hinaus lange schon erfolgreich als Gospel-Botschafterin unterwegs ist. Vielleicht ist es auch die Magie ihrer Persönlichkeit, eine charismatische Qualität, die ihre Stimme schon beim Sprechen ausstrahlt. Dass die Workshops nicht nur hilfreich, sondern auch sehr beliebt sind, kann Waldemar Lusch, Leiter der Bottroper „vocal ensembles credo“ und Organisator der umfangreichen Gospelwoche, nur bestätigen.

Ihren Mitstreiter bei den Workshops, den Engländer Wayne Ellington, wollen Shellie und Ken unbedingt noch ins Gespräch bringen, da er es zum WAZ-Gespräch nicht geschafft hat. Er wurde Dank seiner Stimme und seiner besonderen Ausstrahlung nicht nur ein Star der Bottroper Gospelwoche, auf der wiederholt zu Gast war. Seine Karriere ist ebenfalls eng verbunden mit Weltstars wie Gloria Gaynor, Robert Palmer oder Elton John, mit denen er regelmäßig zusammen arbeitete.

 
 

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