Gerdes und Volmering vertreten Bottrop in Berlin

Michael Gerdes (SPD) jubelt im Saalbau mit seinen Anhängern über den Erfolg. Zum zweiten Mal ist er angetreten, zum zweiten Mal hat er den Wahlkreis direkt gewonnen.
Michael Gerdes (SPD) jubelt im Saalbau mit seinen Anhängern über den Erfolg. Zum zweiten Mal ist er angetreten, zum zweiten Mal hat er den Wahlkreis direkt gewonnen.
Foto: WAZ FotoPool
SPD-Kandidat Michael Gerdes holte den Wahlkreis für die SPD direkt, CDU-Mann Sven Volmering kommt über die CDU-Landesliste in den Bundestag. Zuletzt war die örtliche Union von 1990 bis 1994 mit einem Abgeordneten im Bundetags vertreten.

Bottrop..  Der Wahlkreis Bottrop, Gladbeck Dorsten wird im nächsten Bundestag von zwei Abgeordneten vertreten. Michael Gerdes (SPD) gewinnt den Wahlkreis direkt, CDU-Kandidat Sven Volmering zieht über die Landesliste ins Parlament ein. Das bestätigt die Landes-CDU am späten Abend. Dann nimmt Volmering auch die Glückwünsche seiner Parteifreunde an und spricht von einem „historischen Abend.“ Das bezieht er auch auf die Tatsache, dass Bottrop von einem CDU-Abgeordneten vertreten wird. Zuletzt schaffte das Winfried Fockenberg in der von 1990 bis 1994.

Freude über Zugewinn

Doch auch als um den Einzug Volmerings noch gebangt werden musste, feierte die CDU den Erfolg. Dass Michael Gerdes den Wahlkreis direkt erobert, das überrascht auch die Union nicht. Schließlich sei das ein „schwieriger Wahlkreis.“ Er freue sich über den Zuwachs an Erststimmen. Tatsächlich haben im gesamten Wahlkreis 36,5 Prozent der Wähler für ihn gestimmt, nimmt man die Bottroper Zahlen, landet er bei 33,8 Prozent.

Wenn auch Sven Volmering bangen musste, ob er den Sprung nach Berlin schafft, so war das für den SPD-Kandidaten Michael Gerdes schnell klar. Als er gegen 19.30 Uhr den Saalbau betritt, kommt in dem bis dahin sehr ruhigen Saal, in dem etliche Bürger die Wahl verfolgen, doch noch so etwas wie Wahl-Atmosphäre auf. Beifall brandet auf. Die ersten Hochrechnungen hat er noch mit Oberbürgermeister Bernd Tischler in dessen Büro beobachtet. Dann, als der Trend für Bottrop stabil ist, als seine Erst-Stimmen-Ergebnisse um die 49 Prozent pendeln, begrüßt er seine Anhänger, lässt sich umarmen und beglückwünschen. „Dass das Ergebnis hier deutlich ausgefallen ist, war so klar nicht. Es zeigt aber, dass wir mit unserem Programm verstanden worden sind.“ Dennoch macht der Bundestagsabgeordnete keinen Hehl daraus, dass das Bundes-Ergebnis enttäuschend ist.

Die Grünen sind da bereits in die Geschäftsstelle umgezogen – zwar „traurig wegen des Ergebnisses“, so Vorstandssprecher Stefan Voßschmidt, aber nicht niedergeschlagen. „Man muss das trennen“, so Andrea Swoboda, Fraktionschefin. „Der Einsatz der Kandidatin Elke Marita Stuckel-Lotz war grandios. Wir sind da sehr zufrieden.“

Tiefe Enttäuschung dagegen bei der FDP, die nur 3,2 Prozent der Zweitstimmen erreicht. Eine „Katastrophe hoch Drei“ sagt Ruth Becker. Überraschung dagegen die AfD. Sie schafft in Bottrop aus dem Stand 3,9 Prozent.

 
 

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