Bottrop

Gepanschte Krebs-Medikamente: Bottroper Apotheker-Skandal noch viel größer als gedacht

Der Bottroper Apotheker Peter S. soll jahrelang Krebsmedikamente manipuliert haben.
Der Bottroper Apotheker Peter S. soll jahrelang Krebsmedikamente manipuliert haben.
Foto: imago stock&people / imago/Science Photo Library
  • Der Skandal um den Bottroper Apotheker weitet sich aus
  • Er soll bei mehr als 50 Medikamenten betrogen haben
  • Tausende Krebs-Patienten in NRW betroffen

Bottrop. Der Skandal um den Bottroper Apotheker, der Krebspatienten und Krankenkassen abzockte, weitet sich immer mehr aus.

Wie ARD und das Recherchenetzwerk Correctiv jetzt herausgefunden haben, soll Peter S. Chemotherapien und Antikörperfusionen zu niedrig dosiert, teilweise sogar ganz ohne Wirkstoff an Patienten herausgegeben haben.

Mehrere Tausend Patienten sollen in NRW betroffen sein.

Mehr als 50 verschiedene Medikamente manipuliert

ARD und Correctiv recherchierten, dass der 46-Jährige in den letzten fünf Jahren bei mehr als 50 verschiedenen Medikamenten und rund 50.000 Therapien und Verschreibungen manipuliert haben soll.

Darunter unter anderem: Zytostatika, ein klassisches Chemotherapie-Medikament, sehr teure Tumor-Antikörpertherapien und Begleitmedikamente, um die Nebenwirkungen zu mildern.

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Sein Gewinn dabei: 615.000 Euro anstelle von 34.000 Euro, wenn er die Medikamente legal abgegeben hätte.

Hygieneregeln massiv missachtet

Zudem soll der Mann Hygieneregeln massiv missachtet haben. Er soll in Straßenkleidung und in Begleitung seines Hundes im Labor gearbeitet haben.

Staatsanwaltschaft will Anklage erheben

Die Staatsanwaltschaft will in den nächsten Tagen Anklage gegen Peter S. erheben. Ob wegen Körperverletzung oder Tötung ist noch nicht klar. Die Beweishürden seien laut Staatsanwaltschaft sehr hoch.

Mittlerweile haben sich auch Experten zu Wort gemeldet. So nannte der Hamburger Krebsarzt Carsten Bokemeyer das Vorgehen gegenüber dem Magazin Panorama „menschenverachtend“.

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