Gemeinde begrüßt ihren neuen Pastor André Uellenberg

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André Uellenberg wurde am Sonntag in die Herz-Jesu-Gemeinde eingeführt. Der 36-Jährige stammt aus Gelsenkirchen und freut sich auf Bottrop

Bottrop..  „Es stehen noch viele Kisten herum“, hatte Pfarrer André Uellenberg gewarnt. Tatsächlich aber sieht es in der schmucken, neuen Pfarrwohnung an der Essener Straße gar nicht so aus, als sei der Pastor gerade eben erst eingezogen. Lediglich der leichte Farbgeruch in der Luft verrät, dass hier frisch gestrichen wurde und dann wuselt auch noch ein Techniker durch die Wohnung, um den Pfarrer ans Telefonnetz und Internet anzuschließen.

Seit dem 10. Dezember lebt André Uellenberg hier und am vergangenen Sonntag hat die Gemeinde ihn als neuen Pastor in Herz Jesu begrüßt. „Der Gemeinderat und die Gemeinde haben mich sehr freundlich und herzlich angenommen“, freut sich der 36-Jährige. Der pastorale Alltag hat für ihn dann am Montag begonnen. In einigen Einrichtungen der Gemeinde, in Kindergärten, Grundschulen und Seniorenheimen habe er sich bereits vorgestellt, berichtet der junge Pastor und freut sich auf seine neue Aufgabe.

Das Ruhrgebiet und die Mentalität der hier lebenden Menschen sind dem gebürtigen Gelsenkirchener bestens bekannt. In Schalke ist er auf die Welt gekommen und in den ersten sechs Lebensjahren aufgewachsen. Schalke-Fan ist er durch Geburt, auch wenn er Spiele nicht unbedingt live im Stadion erleben muss. Seine weitere Kindheit und Jugend verbrachte André Uellenberg in der Gelsenkirchener Innenstadt im Schatten der Propsteikirche St. Augustinus, wo er als Kind und Jugendlicher in verschiedenen Gruppen aktiv war. Noch heute leben die Eltern und der ältere Bruder in Gelsenkirchen.

Nach dem Abitur 1998 hat der Gelsenkirchener angefangen, in Bochum Theologie und Geschichte auf Lehramt zu studieren – bis 2001. Dann entschied er sich fürs Theologiestudium im Priesterseminar. Ein Jahr lang führte ihn sein Studium noch einmal frei nach Erfurt, wo er in einer WG lebte und prüfte, ob das Leben als Priester für ihn der richtige Weg ist.

2006 hat er sein Diplom gemacht, 2007 wurde er in der St. Augustinus-Kirche in Gelsenkirchen zum Diakon geweiht und bekam seine erste Stelle in Essen-Steele. Die Priesterweihe folgte 2008 im Dom zu Essen, bis 2012 war er Kaplan in Oberhausen, anschließend in Essen-Werden. Hier war er zur Hälfte in der Gemeinde und im Schuldienst tätig und entschied sich dann, als Pastor in eine Gemeinde zu gehen.

Die Kirche muss sparen

„In der Gemeinde bildet der Beruf die ganze Bandbreite des Lebens ab, von der Geburt bis zum Tod“. sagt André Uellenberg. Und noch etwas kommt ihm in dieser Stadt entgegen: „Ich habe keinen Führerschein und kein Auto, ich bin mit dem Fahrrad unterwegs. Und in Bottrop kann ich alles mit dem Rad machen“, freut sich der Pastor.

In der Gemeinde ist die Freude über den neuen, jungen Pfarrer groß und verbunden mit der Hoffnung, dass er lange Zeit hier bleiben wird. Denn in den nächsten Jahren stehen der katholischen Kirche auch so drastische Veränderungen bevor. Bis 2030 müssen 50 Prozent der Kosten eingespart werden, die Herz-Jesu-Kirche wird es dann wohl nicht mehr geben. Das Sparkonzept der Kirche sieht vor, dass nur die Kirchen St. Cyriakus und St. Ludgerus erhalten bleiben.

Pastor André Uellenberg ist Nachfolger von Pastor Hans-Josef Vogel, der über 20 Jahre in Herz-Jesu tätig war. Am letzten Sonntag wurde er auf eigenen Wunsch von seinem Amt als Pastor entpflichtet. Offiziell verabschiedet werden soll Hans-Josef Vogel im Januar. Als Pastor im besonderen Dienst wird er auch weiterhin in der Propsteipfarrei St. Cyriakus mitarbeiten.

 

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