Fußgängerzone in Bottrop bleibt für Radfahrer tagsüber gesperrt

Matthias Düngelhoff
Die Schilder behalten ihre Gültigkeit, die Bezirksvertretung Mitte hat die völlige Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer ebgelehnt.
Die Schilder behalten ihre Gültigkeit, die Bezirksvertretung Mitte hat die völlige Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer ebgelehnt.
Foto: WAZ FotoPool
Nur nachts dürfen die Radfahrer die Fußgängerzonen befahren. Die Mehrheit in der Bezirksvertretung Mitte stimmt erneut gegen eine vollständige Freigabe. Stattdessen bleibt es bei der Beschränkung von 19 bis 8 Uhr. Seit zwei Jahren ein Dauerthema.

Bottrop. Die Radfahrer standen in der Bezirksvertretung Mitte auf der Tagesordnung. Zwar darf sich Bottrop jetzt offiziell mit dem Titel „fahrradfreundliche Stadt“ schmücken, doch längst ist nicht alles perfekt für die Radler. Ein Ärgernis, dass auch von der Kommission gerügt wurde, die die Aufnahme in den Arbeitskreis fahrradfreundlicher Städte prüft, ist die schwierige Nord-Süd-Verbindung für Radfahrer. Liegt doch mittendrin die Fußgängerzone – und über deren Freigabe hatte erneut die Bezirksvertretung Mitte zu entscheiden.

Und erneut verweigerte das Gremium die Freigabe der Fußgängerzone für Radfahrer. Es bleibt dabei, nur zwischen 19 und 8 Uhr darf die City auf dem Rad durchquert werden, zu den anderen Zeiten muss geschoben werden. Einzige Ausnahmen bleiben der Berliner Platz vor Kaufland und die Querungen an Pferdemarkt und Kirchplatz. Ob das Auswirkungen auf den Titel fahrradfreundliche Stadt hat, mit dem sich Bottrop seit einiger Zeit schmücken darf, ist unklar. Allerdings hatte das zuständige Expertengremium bei der Befahrung der Stadt das Radfahrverbot in der Fußgängerzone kritisiert. Bezirksbürgermeister Klaus Kalthoff deutet damals an, dass sich in der Bezirksvertretung Mitte wohl eine Mehrheit für eine Freigabe finden werde.

Offensichtlich ein Irrtum. Es war erneut die SPD, die Bedenken gegen eine Freigabe hatte, die sich auch nicht durch die Vorlage der Verwaltung davon abbringen ließ. Darin war aufgeführt, dass Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst die Freigabe befürworten. Beobachtungen hätten zudem gezeigt, „dass die Radfahrer mit nur ganz wenigen Ausnahmen ihr Verhalten stärker auf die tatsächliche Situation als auf starre Regeln ausrichten und verantwortungsvoll unterwegs sind“. Auch die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte befürwortet eine solche Freigabe.

Am Ende stimmten sechs SPD-Vertreter, ein CDU- und der FDP-Vertreter für die Beibehaltung der Zeitenregelung. Dagegen stimmten sechs Bezirksvertreter für die völlige Freigabe, einer enthielt sich.

Schon zweimal Freigabe verweigert

Zur Erinnerung: Zweimal bereits hatte die SPD-Mehrheit die Freigabe verweigert, stattdessen auf den Pilotversuch gepocht, wonach Radfahrer nur zwischen 19 und 8 Uhr durch die Fußgängerzone fahren dürfen. Der wäre am Ende des Jahres ausgelaufen.

Noch eine Nachwirkung des Titels fahrradfreundliche Stadt beschäftigte das Gremium. Es beauftragte die Verwaltung zu prüfen, wie das Einbahnstraßen-Teilstück der Kirchhellener Straße – zwischen Altmarkt und Rathaus – für Radfahrer auch entgegengesetzt der Einbahnstraße frei gegeben werden könnte. In den Augen der Verwaltung ist das der einfachste und kürzeste Weg, um den Norden an die Innenstadt anzubinden.