Feuerwehrleute beweisen Geschicklichkeit

Die Freiwillige Feuerwehr Feldhausen zeigt ihr Können.
Die Freiwillige Feuerwehr Feldhausen zeigt ihr Können.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Die Freiwillige Feuerwehr Kirchhellen gewinnt den Leistungsmarsch der Ortswehr Feldhausen. 20 Teams beteiligen sich an der großen Gaudi zum 75-jährigen Bestehen.

Bottrop-Feldhausen.. „Gut Schlauch, gut Schlauch, gut Schlauch!“ – mit diesem Schlachtruf trat am Samstagmorgen das erste Team hoch motiviert den Leistungsmarsch der Freiwilligen Feuerwehr Feldhausen an. 20 Mannschaften, egal ob Feuerwehr, Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk, DLRG, traten am Wochenende gegeneinander an.

Zu ihrem Jubiläum hatte die Ortswehr Feldhausen einen Leistungsmarsch organisiert – zehn Kilometer durch Feldhausen. Am Ende gab’s für den Sieger den Josef-Schlüter-Pokal. Zwölf spezielle Aufgaben mussten die rund 200 Teilnehmer auf ihrem Rundweg bewältigen – die hatten sich übrigens Kegelclubs und Vereine aus Kirchhellen und Feldhausen ausgedacht.

Große Herausforderung

Gleich die erste Herausforderung am Gerätehaus verlangte den Kandidaten einiges ab, bot aber zugleich eine erfrischende Abkühlung an dem heißen Samstag. Ein Teammitglied stand mit verbundenen Augen am Verteiler, ein weiteres – ebenfalls „blind“ – an der Spritze. Nun musste das Wasser mit Hilfe der Spritze über eine Garage hinweg die Eimer der Kameraden treffen. Ziel dabei: so viel Wasser wie möglich in einem Becken sammeln.

Abgekühlt und eingeweicht ging es weiter. Auch an der nächsten Station war wieder Teamgeist – vor allem aber Kraft gefragt. Das Team musste in einer möglichst schnellen Zeit, zwei Schläuche ausrollen. Was für Außenstehende zunächst wie ein Kinderspiel aussah, entpuppte sich nur wenig später als echter Kraftakt. Gerade die letzten Meter verlangten viel Kraft, Konzentration und Disziplin.

Teilnehmer entwickeln Ehrgeiz

Eigenschaften, die für einen Leistungsmarsch sowieso wichtig sind. Denn bei aller Gaudi – ehrgeizig waren die Teilnehmer dann doch. Schließlich sind die Gewinner eines solchen Marsches für ein Jahr so etwas wie die „Könige“ unter den Hilfsorganisationen. Intern also eine durchaus ernste Sache.

Also galt es sich auch immer wieder neu zu motivieren. Denn klar, bei zwölf Stationen auf zehn Kilometern geht nicht alles leicht von der Hand. So fiel es den Kirchhellenern an Station sieben besonders schwer – „aber von da an ging es wieder aufwärts.“ Immerhin war die siebte Station auf der Festwiese. Dort fand ja zeitgleich das Familienfest statt, dort gab es also genügend Zuschauer, die sich gern anschauten, wie sich die Feuerwehrleute plagten, Unterwegs waren dagegen keine Schlachtenbummler in Sicht.

Sogar Movie Park und Schloss Beck beteiligte sich am Leistungsmarsch. Das neunte Spiel fand in den Studios des Freizeitparks statt. Unter Paletten hatten die Veranstalter Rollen montiert, angetrieben von einem Druckluftgebläse galt es die kippeligen Gefährte dann durch die Halle zu steuern – frei nach dem Computerspiel „Mario Kart“. Im benachbarten Schloss Beck standen gefüllte Wasserbecher auf einem Balken aufgereiht. Mithilfe von Flaschenzügen mussten die Teilnehmer den Balken hochziehen. Das Problem: Jeder Flaschenzug war anders übersetzt, trotzdem durfte kein Becher umfallen.

„Der Pott bleibt im Norden“, so feierte am Ende die Freiwillige Feuerwehr Kirchhellen ihren Sieg. Sie belegte knapp vor der Ortswehr Fuhlenbrock den ersten Platz. Der dritte Platz ging an den Löschzug Altendorf-Ulfkotte aus Dorsten.

Die „Show-Einlagen“ begeistern die Besucher

Hüpfburg, Kinderschminken und Wasserspiele gab es für die Kleinen, doch auch die großen Gäste kamen mit einem bunten Programm auf ihre Kosten. Zum ihrem 75-jährigen Bestehen hatte die Freiwillige Feuerwehr Feldhausen am Samstag auf dem Festplatz in Feldhausen einen Familientag organisiert.

Die Fahrzeugausstellung war natürlich der Anziehungspunkt für die kleinen und großen Besucher. Wer wollte nicht schon mal gern in einem roten Feuerwehrauto sitzen? Und so waren die Sitze im Inneren nahezu ständig belegt. Und für Nostalgiker gab’s auch einen Blick in die Vergangenheit: Das erste Löschfahrzeug der Feldhausener Feuerwehr präsentierte sich neben den neueren Modellen. Marco Fockenberg, erst kürzlich der Feuerwehr Kirchhellen beigetreten, freut sich, seine Kameraden beim Leistungsmarsch anzufeuern und genießt schlichtweg diesen Familientag: „Hier wird viel geboten.“

Die „Show-Einlagen“ der Feuerwehrleute waren Höhepunkte des Familientages. So demonstrierten die Männer der Wehr Fettexplosionen und den richtigen Umgang damit. Die Rettungshundestaffel präsentierte ihre Arbeit und das Können der Vierbeiner. Mit Spannung und feuchten Händen verfolgten die Gäste den Überschlag eines Autos und erfuhren, wie in einer solchen Situation zu handeln ist. Doch mit Zugucken war es nicht getan, die Feuerwehr lud ihre Gäste auch ein zum Selbstversuch: Um künftig für den Notfall gerüstet zu sein, durfte jeder Interessierte sich im Umgang mit einem Feuerlöscher üben und lernte kleine Brände zu löschen.

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