Experten rätseln über poröse Kupferrohre

Sanierung eines Wasserschadens: Wegen poröser Leitungen musste dieses Haus  entfeuchtet werden.
Sanierung eines Wasserschadens: Wegen poröser Leitungen musste dieses Haus entfeuchtet werden.
Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Firmen geben Wasser aus Dorsten als Grund an. Stadt sieht Ursache in falscher Inbetriebnahme. Juristen streiten wegen Schäden im Fuhlenbrocker Clubheim.

Bottrop.  Wasserrohre aus Kupfer baut eine Reihe von Sanitärfirmen so schnell nicht mehr in Gebäude ein. Denn an solchen Wasserleitungen traten oft schon nach kurzer Zeit Schäden auf. „Die Rohre haben nicht nur ein Loch. Die sehen aus wie ein Sieb“, sagt Jörg Griebner.

„Eigentlich wäre Kupfer als Material erste Wahl“, sagt der Geschäftsführer der Handwerksfirma an der Hiberniastraße. Doch wegen der Korrosionsfälle rate die Innung davon ab. Auf den Kosten für die Sanierung bleiben oft ja die Handwerksbetriebe oder ihre Versicherungen sitzen. Zu den Schäden komme es an Kupferleitungen, die die Frmen seit etwa zehn Jahren einbauen. „Es handelt sich nur um Kaltwasserleitungen ab Baujahr 2005, die nach drei bis zehn Jahren undicht werden“, erklärt Thomas Cirkel, Sprecher einer Gruppe betroffener Sanitärfirmen.

Für ihn und seine Kollegen aus Essen, Bottrop, Gladbeck, Dorsten, Gelsenkirchen steht fest: „Aus unserer Sicht kann es nur an dem von RWW eingespeisten Wasser liegen.“ Denn die Handwerker haben derartige Leitungsschäden im Gebiet um das Wasserwerk in Dorsten beobachtet. Allein in Bottrop beliefert es rund 16 000 Gebäude mit Trinkwasser.

Keine Schutzschicht gebildet

Wegen poröser Wasserleitungen muss auch das Clubheim von Blau-Weiß Fuhlenbrock saniert werden. Dass Trinkwasser die Schäden ausgelöst haben soll, bezweifelt Jürgen Heidtmann, Leiter des Sport- und Bäderbetriebes. „Gutachter haben uns erklärt, dass dies an einer fehlerhaften Inbetriebnahme gelegen haben muss“, sagt Heidtmann. Es könne Sand in den Rohren gewesen sein oder Kondenswasser, weil es falsch gelagert wurde. „Wenn die Wasserrohre nicht richtig durchgespült sind, kann sich im Innern keine Schutzschicht bilden“, gibt der Betriebsleiter die Ansicht der Fachleute wider. Die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) sieht ebenfalls eine ganze Reihe möglicher Ursachen. „Das Trinkwasser scheidet als alleinige Ursache jedenfalls aus“, teilt Sprecher Ramon Steggink mit. „Wir müssen aber – wie auch andere Experten übereinstimmend - feststellen, dass es trotz intensiver Ursachensuche nicht gelungen zu sein scheint, den Auslöser für die Kupferkorrosion zu finden“ erklärt er.

Zu solchen Schäden komme es in ganz Deutschland. Die Wasserversorger hätten daher auch ein Forschungsprojekt auf den Weg gebracht. Was die Wissenschaftler zur Ursachenforschung vor allem brauchen sind - schadhafte Rohre.

 
 

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