Emscher Lippe Energie setzt auf mehr grünen Strom

Norbert Jänecke
Windkraftanlagen ragen in den Himmel. Auch die Emscher Lippe Energie steigt in Windparks ein, um den Verkauf von grünem Strom voranzutreiben.
Windkraftanlagen ragen in den Himmel. Auch die Emscher Lippe Energie steigt in Windparks ein, um den Verkauf von grünem Strom voranzutreiben.
Foto: dpa
Das Drei-Städte-Werk will den Anteil der erneuerbaren Energien bis 2020 ausbauen. Aktuell steht eine Beteiligung am Brandenburger Steag-Windpark in Ullersdorf an.

Bottrop.  Die Emscher Lippe GmbH, das Stadtwerk für Bottrop, Gladbeck, und Gelsenkirchen, will bis 2020 pro Jahr 120 GWh grünen Strom verkaufen. Das haben die drei Städte sich bei der Erhöhung ihrer Anteile an dem Energieversorger so ausbedungen. Zurzeit setzt die Ele nach ihrem jüngsten Geschäftsbericht 1052 GWh Strom pro Jahr an 247 000 Kunden ab. Gemessen daran machte der Anteil von grünem Strom in fünf Jahren etwas über elf Prozent aus.

Einstieg bei Öko-Stromproduzenten

Um dieses Ziel zu erreichen, kauft sich die Ele bei alternativen Stromerzeugern ein. Aktuell steht der Einstieg beim Steag Windpark im brandenburgischen Ullersdorf an. „Das soll noch in diesem Jahr passieren“, sagte Ele-Sprecher Peter Efing. Eine Vorentscheidung fällt in dieser Woche. Am Dienstag berät in Bottrop der Rat darüber, am Donnerstag in Gelsenkirchen. In Gladbeck hat er ja zu dem Geschäft gesagt. Fehlt noch das Okay durch die Bezirksregierung Münster.

Die Ele hält dann 12,2 Prozent der Anteile am Windpark, in dem 18 Windräder zirka 116 GWh Strom erzeugen. Rund 2,26 Millionen Euro wird dies kosten. Die Stadt verspricht sich eine Rendite von 6,8 Prozent. Der Einstieg in den Brandenburger Windpark dürfte nicht der letzte sein. „Wir werden diesen Weg weitergehen, noch lieber aber an Projekten hier in der Region“, sagte Ele-Sprecher Efing. So will das Drei-Städte-Werk an der Seite mehrerer Stadtwerke mit der Steag New Energies ein Gemeinschaftsunternehmen gründen, um erneuerbare Energien zu erzeugen. Durch die Zusammenarbeit mit der Steag-Tochter könnte sich die Ele rund 60 GWh grünen Strom pro Jahr sichern. Auch für dieses Vorhaben fehlt aber noch die Zustimmung der Bezirksregierung.

Solardach der Dieter-Renz-Halle

Die Öko-Strom-Produktion ist für die Ele, die oft nur als Energieverkäuferin gesehen wird, ohnehin kein Neuland mehr. So beteiligt sich das Drei-Städte-Werk seit 2011 als eines von 29 Stadtwerken mit 6,2 Prozent an der Essener Green Gecco GmbH, die europaweit Kooperationsprojekte zur regenerativen Energieerzeugung vorantreibt. Dazu gehörte auch der Windpark Düshorner Heide in Niedersachsen, an dem der regionale Energieversorger beteiligt ist.

Auch im Ruhrgebiet mischt die Ele bei der Ökostrom-Produktion mit: so zum Beispiel im Gelsenkirchener Windpark Scholven. Mit der RAG Montan Immobilien gründete die Ele ein Unternehmen zum Bau und Betrieb von Sonnenenergie-Anlagen. In Bottrop betreibt diese Firma zum Beispiel das Photovoltaik-Dach der Dieter-Renz-Sporthalle.