Elektronische Schnitzeljagd beim Sommerfest

Beim  Sommerfest an der Auferstehungskirche trafen sich rund 300 begeisterte Schatzsucher.
Beim Sommerfest an der Auferstehungskirche trafen sich rund 300 begeisterte Schatzsucher.
Foto: WAZ FotoPool
Das Sommerfest an der Auferstehungskirche war gleichzeitig auch ein großes Geocaching-Event. Rund 300 moderne Schatzsucher kamen zusammen, absolvierten verschiedene Stationen und tauschten Erfahrungen aus.

Bottrop..  „Der Sommer geht, die Cacher kommen“ las man vorne auf dem Schild an der Auferstehungskirche an der Beckstraße. Das Sommerfest der Auferstehungskirche am vergangenen Samstag war gleichzeitig der Treffpunkt von rund 300 Fans des „Geocachings“, der elektronischen Variante einer Schnitzeljagd. „Es ist ein Event von Cachern für Cacher“, sagt Mitorganisator Marcel Milinski. „Geocaching ist längst keine geheime Sache mehr, über die nur bestimmte Leute Bescheid wissen“, fügt er hinzu.

Ausgestattet mit einem GPS-Empfänger und den Koordinaten eines „Schatzes“ aus dem Internet können Suchende „Caches“ (englisch für: Versteck) finden, die ein Anderer an ungewöhnlichen Plätzen versteckt hat. Meistens handelt es sich dabei um einen wasserdichten Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Ein Eintrag im Logbuch dokumentiert die erfolgreiche Suche.

Zahlreiche ehrenamtliche Helfer organisierten die Aktivitäten. An fünf Stationen mussten Teilnehmer verschiedene Aufgaben erfüllen, um an einer Verlosung teilzunehmen. Michael Sowa betreute eine der Stationen. Er reiste einmal innerhalb von 24 Stunden durch ganz Deutschland und machte in jedem Bundesland einen „Cache“.

Verschiedene Schwierigkeitsgrade

„Geocaching ist das, was jeder daraus macht“, sagt er. „Man kann sich vorher im Internet informieren und sich verschiedene Schwierigkeitsgrade aussuchen“. Für jeden sei etwas dabei. Manche Caches seien nur durch Klettern oder mit dem Boot erreichbar, wofür man dann eine entsprechende Ausrüstung brauche. „Aber auch ein entspannter Cache in der eigenen Stadt mit der ganzen Familie ist möglich“, betont Sowa.

An der Station „Nanologbuchrollen“ geht es darum, möglichst schnell ein Logbuch zu fertigen. Erst wird ein schmaler Papierstreifen ausgeschnitten, der dann so klein aufgerollt werden muss, dass er in eine acht Millimeter breite Dose passt. Dort am Stand ist auch Sven Münster. Seit drei Jahren betreibt er Geocaching auf der ganzen Welt. „Mein schönster Cache war in Grönland oben auf einem Berg in einem kleinen Örtchen“, sagt er.

Am Stand beim Dosenwerfen erzählt Geocacherin Jenny Wilzopolski aus Hannover von ihrem schönsten Erlebnis. „Das war ein Cache bei Nacht in Oerlinghausen bei Bielefeld. Es gab ganz viele Lichtpunkte und Reflektoren an den Bäumen, die man mit einer Taschenlampe anstrahlen musste. Je nach Farbe der Lichtpunkte wusste man, dass man näher am Ziel ist“. Auch ihr Freund Till Lehmann ist begeisterter Geocacher. „Man ist draußen, es ist abenteuerlich, und auf solchen Events hier kann man neue Leute kennenlernen und sich Tipps geben“, fasst er zusammen. Eine schöne Sache: Der Erlös des Sommerfests und des Geocaching-Events kommt der Kinder-und Jugendarbeit der Auferstehungskirche zugute.

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