Eine Stadt räumt auf

Pfingsten 2014 wirbelte der Megasturm „Ela“ über Bottrops Westen und Mitte und richtete Millionenschäden an, während der Norden der Stadt, etwa die Kirchheller Heide, unversehrt blieb. Pfingsten 2015 hat die Stadt die sichtbaren Schäden weitestgehend abgeräumt. Die Wiederaufforstung dagegen wird noch eine Weile dauern. Die Stadt hat dafür ein Drei-Jahres-Programm aufgelegt.

Hinter einige Punkte seiner Aufgabenliste hat Ulrich Kollath schon einen Haken machen können. „An den Friedhöfen sind wir im Prinzip durch“, sagt der Abteilungsleiter Grün im Fachbereich Umwelt. „Auch rund um den Stadtgarten, entlang der Welheimer und der Gungstraße sind sowohl die Schadensbeseitigung als auch die Wiederaufforstung abgeschlossen.“

Das lässt sich gut verfolgen an der Virchowstraße zwischen Marienhospital und Stadtgarten. Das Wäldchen links und rechts der Straße ist vom Pfingststurm im vergangenen Jahr komplett umgemäht worden, ein Assistenzarzt des Krankenhauses hatte sein dort abgestelltes Auto in einem Meer von gefällten Bäumen gefunden.

Heute ist dort wieder sattes Grün zu sehen: Hunderte von Schößlingen wachsen. Allerdings, und das ist das Kernproblem des Aufforstens: Bis sie erwachsene Bäume sind, wird ein Vierteljahrhundert vergehen.

Das gilt auch für die schwer dezimierten Alleen an der Welheimer Straße. Hier hat die Stadt nicht nur die gefällten Bäume abtransportieren, sondern auch Schäden an den Kronen beseitigen müssen. Und, wohl das Schlimmste für jeden Gärtner, Bäume fällen müssen, die den Sturm überlebt hatten, weil sie beim nächsten Sturm eine Gefahr geworden wären.

Einen Etat von 270 000 Euro hat die Stadt aufgestellt für den Drei-Jahres-Plan zur Wiederaufforstung. Von den 90 000 Euro für das erste Jahr, sagt Kollath, sind 75 000 schon ausgegeben. Der Rest wird aufgewandt zum Beispiel in Welheim. Dort müssen Baumstümpfe ausgefräst werden, im Herbst geht’s dann ans Nachpflanzen.

Wer übrigens findet, die Stadt komme nicht nach mit der Aufarbeitung, der setze sich in den Zug und fahre nach Essen-Dellwig. Links und rechts der Bahnstrecke liegen die Birken noch so, wie „Ela“ sie gefällt hat.

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