Ein guter Ort für wichtige Gespräche

S.  eit meiner Kindheit sind mir die Wege rund um das Schloss Elmau in Oberbayern sehr vertraut. Jeden Sommer haben wir Familienurlaub in einem Ferienerholungsheim der Dortmunder evangelischen Kirche gemacht, in fußläufiger Nähe zu dem Haus, wo sich jetzt die G7 treffen.


Der Fußweg vom Schloss Elmau am Ferchenbach entlang, vorbei an zwei schönen Bergseen unterhalb des Wettersteingebirges und durch eine tiefe, kühle Schlucht hinab nach Mittenwald ist für mich der Inbegriff von Bayern-Urlaub. Zuletzt habe ich ihn im vorletzten Winter auf einem Pferdeschlitten zurückgelegt. Ein guter Ort, um wichtige Gespräche zu führen.


Die hohen Gebirge strahlen eine Ruhe und Gelassenheit aus, die sich hoffentlich auf die Präsidenten und unsere Kanzlerin überträgt. Schön wäre es, wenn sie die gleiche Demut spüren könnten, die mich erfüllt, wenn ich dort bin, die Einsicht, wie kurz mein Leben ist angesichts der beinahe ewigen Existenz der Berge und wie zerbrechlich und unbedeutend ich bin, mit meiner ganzen Größe angesichts ihrer Standhaftigkeit.


Ich halte grundsätzlich Gespräche in jedem Bereich meines Lebens für alternativlos und meine, wir haben ein Recht darauf, große Erwartungen an das Zusammentreffen zu richten. Ich will unbedingt, dass der Gipfel unterhalb der oberbayrischen Gipfel den ganzen Aufwand wert ist. Ich wünsche mir, dass es sich lohnt, jeden Protest in einem Riesen-Radius von der Runde fernzuhalten und dabei wichtige Grundsätze unserer Demokratie, wie die freie Meinungsäußerung weiträumig außer Kraft zu setzen, damit die Großen 7 nicht gestört werden.


Ihre Größe werden sie aus meiner Sicht darin beweisen müssen, wie mutig sie ihren Kurs ändern und ihre politische Macht einsetzen für die ökologische Balance und für gerechte, menschenwürdige Lebensbedingungen für alle Bewohnerinnen und Bewohner unseres Planeten. In unseren Gebeten werden wir um Gottes Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit für das Gelingen der Gespräche bitten.

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