Dutzende Freiwillige stehen Aidshilfe Bottrop zur Seite

Charmant verkauftAlfred Timpe auf dem Weihnachtsmarkt Tombola-Lose für die Bottroper Aidshilfe.
Charmant verkauftAlfred Timpe auf dem Weihnachtsmarkt Tombola-Lose für die Bottroper Aidshilfe.
Der Bottroper Verein ist seit sieben Jahren engagiert. Inzwischen hat er sich gefestigt. Doch ehrenamtliche Mitarbeit bleibt unverzichtbar. Denn es gibt viel zu tun.

Bottrop..  Aids – ein Begriff, dem immer noch viele Vorurteile anhaften. Die Krankheit ist verbunden mit Schmerz, Isolation und Angst. Die Aidshilfe Bottrop engagiert sich für Betroffene und Angehörige. Neben drei fest Angestellten unterstützen ein paar Dutzend ehrenamtliche Helfer den Verein. Trotzdem ist er immer wieder auf neue helfende Hände angewiesen. Deshalb schaue ich vorbei und helfe mit beim Verkauf von Tombolalosen auf dem Weihnachtsmarkt.

Engagement über Jahre hinweg

„Ach, du musst die Christina sein, willkommen“, begrüßt mich Leiter Michael Brackhagen im Büro der Aidshilfe Bottrop. Die Herzlichkeit erfüllt den Raum, und ich merke gleich, dass man sich hier wohlfühlen kann.

Seit über sieben Jahren gibt es den Verein Aidshilfe Bottrop. Gründungsmitglied und Finanzvorstand Mario Rheinbach erzählt von den Anfängen: „Wir haben in der damaligen Disco A42 einen Stand aufgebaut und Waffeln verkauft. Die ersten paar Mal wurden wir gemieden, dann kam irgendwann der Stein ins Rollen. Einige Helfer sind heute noch bei uns.“ Neben ihnen zählt die Freiwilligen-Kartei ungefähr 50 Personen zwischen 16 und 80 Jahren. Sie sind zur Stelle, wenn Wohnungen geräumt, Waffeln gebacken oder wie heute Tombola-Lose verkauft werden müssen. Der Erlös geht komplett an die Aidshilfe.

Dabei möchte ich helfen und mir einen Eindruck vom Verein und den Aufgaben der Ehrenämtler machen. Auf dem Bottroper Weihnachtsmarkt bietet der Verein „AmBOTioniert“ der Aidshilfe in seiner Bude Unterschlupf: „So ist das unter den Vereinen, man hilft sich. So geht das gesammelte Geld nicht für die Standmiete drauf“, erklärt Brackhagen dankbar.

Mit meinem Los-Eimerchen stelle ich mich also neben Alfred Timpe. Der 65-Jährige engagiert sich bei der Aidshilfe bereits seit vier Jahren. „Ich war früher Postbeamter und bin deshalb den direkten Menschenkontakt gewohnt. Genau das liebe ich auch an meiner ehrenamtlichen Tätigkeit“. Kaum gesagt, geht er auf ein vorbeischlenderndes Ehepaar zu und verkauft ihnen auf charmante Art gleich 15 Lose.

Spendable Stimmung

Ich tue es ihm gleich und versuche trotz des Nieselregens die Bottroper von ihren Gewinnchancen zu überzeugen. Die Weihnachtsmarkt-Besucher sind in spendabler Stimmung und kaufen uns fleißig Lose ab. Jedes einzelne wurde von Hand gestempelt, gefaltet und zugeklebt – auch eine Arbeit der Ehrenamtlichen.

Nach vier Stunden am Weihnachtsmarkt ist mein Eimerchen fast leer und ich habe 192 Lose verkauft. Da ginge durchaus noch mehr, denke ich mir. Aber dann kommen mir Rheinbachs Worte in den Sinn: „Auch wenn jemand nur 50 Cent spendet, sind das schon 50 Cent, mit denen man Gutes tun kann“.

EURE FAVORITEN