Dreiste Werbung am Telefon

Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
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Bottrop..  Hochstapler benutzen den guten Namen der „Verbraucherzentrale“ und geben sich am Telefon als Verbraucherschützer aus.

„Unter dem Vorwand, gegen eine Gebühr von 69 Euro und mehr einen wirkungsvollen Schutz vor lästigen Telefonanrufen zu bieten, missachten die ungebetenen Anrufer selbst dreist das Verbot der unlauteren Telefonwerbung und setzen mit dem Missbrauch unseres guten Namens dem weit verbreiteten Gebaren die Krone auf “, erklärt Anette Plawecki, Beraterin der Beratungsstelle Bottrop der Verbraucherzentrale NRW: „Wir betreiben keine Telefonwerbung, bieten telefonisch keine zahlungspflichtigen Leistungen und fragen niemals nach Kontodaten.“ Anette Plawecki warnt eindringlich davor, persönliche Kontoverbindungen an Unbekannte weiterzugeben.

Unbekannte Anrufer geben sich als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale aus und bieten ihre Hilfe gegen ein stattliches Entgelt an. Offeriert wird etwa der vorsorgliche Eintrag in eine Sperrliste, der Betroffene vor unaufgeforderten Werbeanrufen schützen soll oder die vorgebliche Löschung von in Umlauf geratenen persönlichen Daten. Zuvor werden die Angerufenen aufgefordert, ihre persönlichen Daten preiszugeben. Angeblich, um die notwendigen Unterlagen zusenden zu können – per Nachnahme natürlich. Oftmals wird den Betroffenen auch die Bankverbindung mit entlockt.

Fakt ist: Telefonwerbung ohne vorherige Einwilligung ist verboten. Doch einen wirksamen Schutz gegen unerbetene Anrufe und deren Folgen – etwa untergeschobene Verträge und damit verbundene Kontoabbuchungen – gibt es bislang nicht. Die Verbraucherzentrale NRW fordert ein Gesetz, das Anbietern vorschreibt, Angebote, die per Telefon in einen Vertrag münden, anschließend von potenziellen Kunden noch einmal schriftlich bestätigt werden müssen.

 
 

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