Drängelgitter sichern den Rosenmontagszug

Matthias Düngelhoff
Das Ende des Zuges an der Böckenhoffstraße. Entlang dieser Straße kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gefährlichen Situationen. Deshalb musste das Sicherheitskonzept angepasst werden.
Das Ende des Zuges an der Böckenhoffstraße. Entlang dieser Straße kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu gefährlichen Situationen. Deshalb musste das Sicherheitskonzept angepasst werden.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Der Zug findet statt. Movie Park und der Verein „Ambotioniert“ beschaffen die geforderten Absperrungen. Festkommitte sucht die schönste Fußgruppe.

Bottrop.  Der erste Beigeordnete Paul Ketzer durfte es verkünden: Auch 2016 gilt für die Jecken „D’r Zoch kütt!“ – und zwar auf der seit einiger Zeit bewährten Strecke über die Böckenhoffstraße. Möglich ist das durch die Unterstützung von Movie Park und dem Verein „Ambotioniert“.

Der Movie Park besitzt zahlreiche so genannte Drängelgitter, also Absperrungen, die verhindern, dass Menschen einfach auf die Straße laufen können. Die braucht der Park außerhalb der Saison nicht und stellt sie den Karnevalisten zur Verfügung, die damit den Weg entlang der Böckenhoffstraße sichern werden. Zusätzlich hat der Verein Ambotioniert über sein Netzwerk weitere Gitter von der Firma Hundertmark organisiert. Die ist spezialisiert auf Baustellensicherung und stellt die Sperren kostenlos zur Verfügung. Zusätzlich bezahlt der Verein 500 Euro für die benötigten Ordner in dem Bereich.

Tatsächlich stand der Zug, zumindest aber diese Strecke – auf der Kippe: Gemeinsam hatten Festkomitee, Polizei und Ordnungsamt der Stadt in den vergangenen Jahren festgestellt, dass es entlang der Böckenhoffstraße immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen war. Vor allem Jugendliche, nicht selten stark angetrunken, seien immer wieder auf die Fahrbahn gelaufen. Aber auch Kinder seien den Fahrzeugen gefährlich nahe gekommen, wie Ketzer erläuterte.

400 Meter Drängelgitter sollen nun die Situation entschärfen, vor allem im Einmündungsbereich der Blumenstraße. „Wir haben auch über andere Zugwege nachgedacht, mussten die aber wieder verwerfen“, sagt Ketzer.

Seit der Katastrophe bei der Loveparade in Duisburg sind für Veranstaltungen wie den Rosenmontagszug ein Sicherheitskonzept vorzulegen. Das werde nun angepasst, so Ketzer. Marc André Czysch, Präsident des Festkomitees, ist erleichtert, dass gemeinsam mit Unterstützern und der Stadt eine Lösung gefunden wurde. Denn die Stadt wird den Transport der Gitter vom Movie Park übernehmen.

Ende befürchtet

Wäre der Zug im kommenden Jahr ausgefallen, so wäre dies wohl das generelle Ende für den Bottroper Rosenmontag gewesen, glaubt Czysch. Was die vorhergehenden Befüchtungen der Karnevalisten bestätigt. Auch wenn Ketzer schon frühzeitig deutlich gemacht hatte: „Eine solche Brauchtumsveranstaltung im Westfälischen mit 50- bis 60 000 Zuschauern, die lässt man nicht ausfallen“, räumte Czysch ein: „Wir allein hätten die zusätzlichen Kosten nicht tragen können“. Entsprechend dankbar sind die Karnevalisten den Unterstützern.

Manuel Prossotowicz, beim Movie Park zuständig für Sponsoring, zieht Parallelen zwischen Freizeitpark und Karneval: „Schließlich wollen wir beide die Leute unterhalten.“ Und bei Ambotioniert stehe die Pflege des Brauchtums, insbesondere der Karneval, in der Satzung, sagt der Vizevorsitzende, André Dreiskämper. „Sonst haben wir immer Wurfmaterial für das Kinderprinzenpaar gespendet. Nachdem wir von den aktuellen Problemen in der Zeitung gelesen hatten, sind wir aktiv geworden.“

Schönste Fußgruppe gesucht 

Die Organisatoren des Rosenmontagszugs wollen in diesem Jahr erstmals die „schönste Fußgruppe“ des Umzugs küren. Sie rufen deshalb Schulen, Kitas und Vereine auf, sich am Rosenmontagszug zu beteiligen. Schirmherr dieses Wettbewerbs ist der erste Beigeordnete Paul Ketzer. Er ist, gemeinsam mit dem Kinderprinzenpaar und Vertretern der Volksbank, dann auch in der Jury, die den Titel vergibt.

Die Gewinner werden noch am Rosenmontag auf dem Rathausplatz geehrt. Sie erhalten den Wanderpokal „Närrischer Hoppeditz“ und dazu noch einen Geldpreis. Passend zum Anlass stiftet die Volksbank eine närrische Summe – 333 Euro.

Die Jury bewertet die Darstellung im Zug, Originalität, Kostüme und Gestaltung sowie das Motto, das die Gruppe für sich gewählt hat. Mit dem Wettbewerb hofft das Festkomitee, den Zug attraktiver zu machen und zusätzliche Gruppen von der Teilnahme zu überzeugen, wie die stellvertretende Vorsitzende, Claudia Adams, erklärt.

Für Kitas und Schulen ist die Teilnahme am Rosenmontagszug am 8. Februar kostenlos, andere Gruppen zahlen 20 Euro.

Anmeldung bei Organistionsleiter Hans-Jürgen Feller, Tel. 95420 oder per Mail: [email protected]