Doppel-Jubiläum im Musikverein

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Ein Doppel-Jubiläum können Friedrich Storfinger und Regina Schumacher in diesem Jahr feiern. Der Oberhausener Kirchenmusiker und Dirigent übernahm vor 25 Jahren die Leitung des städtischen Musikvereins . Im selben Jahr wurde Regina Schumacher Mitglied des Chores, der sich seit 1918 der Pflege des großen Oratorien-Repertoires widmet. Seit vielen Jahren liegt auch die Stimmbildung der Chormitglieder in den bewährten Händen von Regina Schumacher, die als Kirchenmusikerin in der Gemeinde St. Elisabeth und Heilig Kreuz sowie im Fuhlenbrock arbeitet.

Zurzeit probt der Musikverein für das nächste Konzert im März. Auf dem Programm steht, neben einer Fassung von Giovanni Pergolesis „Stabat mater“, Mozarts „Requiem“. Mit dieser wohl bekanntesten aller Vertonungen der Totenliturgie gab Storfinger vor einem Vierteljahrhundert auch seinen Einstand als damals neuer Leiter des Musikvereins. Dass das „Requiem“ - nach mehrfacher Aufführung auch unter Storfinger - jetzt erneut erklingt, war keine Absicht, eher ein Zufall, wie der Musiker betont, der bis vor kurzem auch Regionalkantor von Bottrop und Gladbeck war und die Kirchenmusik an Liebfrauen seit Ende der 90er Jahre prägte.

Dass beide die Entwicklung der professionellen Kirchenmusik in Stadt und Bistum - sicherlich zu Recht - mit Sorge betrachten, steht auf einem anderen Blatt. Zwar hat auch der Musikverein mit Nachwuchssorgen zu kämpfen, aber: „Die Unterstützung durch die Stadt und das Kulturamt ist nach wie vor da, auch wenn es in jüngerer Zeit zu Einschnitten kam“, sagt Storfinger.

Immerhin gibt es zwei große Konzerte pro Jahr und der Chor ist in der Lage, dem Bottroper Publikum anspruchsvolle Werke der Klassik und Romantik auf hohem Niveau zu präsentieren - einschließlich der Solisten und des Folkwang Kammerorchesters. Dieses Profiensemble mit Sitz in Essen hat sich in der letzten Zeit zum festen Partner entwickelt und damit die Neue Philharmonie Westfalen abgelöst.

War der Musikverein vor 25 Jahren noch ein von Lehrern oder städtischen Beamten dominierter Chor, der mit der Marler Musikgemeinschaft kooperierte und später auch Mitgliedern des Gladbecker Musikvereins eine Heimat bot, so ist das heutige 60-köpfige Ensemble „bunter“ und insgesamt auch jünger geworden. „Die Arbeit mit Bottroper Grundschulkindern gehört inzwischen auch dazu, damit der Kontakt zu klassischer Musik möglichst früh erfolgt“, sagt Regina Schumacher.

Müssten sie sich heute noch einmal entscheiden, fiele die Wahl beider Musiker wieder zu Gunsten des Musikvereins aus. Nach 25 Jahren ein schönes Kompliment.

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