Die Partei wirft Schuhe am Bottroper Bahnhof

Bottrop. Die Partei fällt für ihren Bundesparteitag wieder in Bottrop ein. Die Anhänger der von Martin Sonneborn gegründeten Partei erwarten eine Solidaritäts-Mahlzeit beim „Eurogriechen“ und Schuhewerfen am Hauptbahnhof - als Protest für eine Trennung von Kirchhellen.

Mittlerweile zählt sie rund 10.000 Mitglieder, die Partei, die die Mauer und die „ruinierten westdeutschen Randgebiete“ wieder aufbauen möchte. Auch deswegen habe man sich Bottrop als Austragungsort für den Bundesparteitag der Partei „Die Partei“ am Samstag, 2. Juli, ausgeguckt, sagt NRW-Vorsitzender Mark Benecke. Im vergangenen Jahr hatte die Spaß-Partei des einstigen Titanic-Chefredakteurs Martin Sonneborn schon einmal in Bottrop für Aufsehen gesorgt: Als die frisch gegründete Ortsgruppe mit einem ersten Spatenstich ein Zeichen für die Trennung zwischen Bottrop und Kirchhellen setzte.

Auch mit ihrer Tagesordnung am Samstag dürfen sich die Partei-Anhänger großer Aufmerksamkeit sicher sein: In Anlehnung an die Proteste in der arabischen Welt geht es um 12.30 Uhr mit dem Punkt „Schuhewerfen am Bottroper Hauptbahnhof“ los. „Wir protestieren damit weiterhin für eine Trennung von Kirchhellen - und vorsorglich schon mal gegen Bottrop 21“, sagt Benecke. Ursprünglich hatte sich die Partei den Berliner Platz dafür ausgeguckt, wurde aber wegen des Wochenmarkts zu den Fahrradboxen am Hauptbahnhof verbannt. Im Anschluss erwartet die rund 150 angemeldeten Mitglieder eine Mittagszeit beim „Euro-Griechen“ - eine Art Solidaritätsmahl - und eine „Besichtigung der leer stehenden Bottroper Einkaufszentren“, ehe der offizielle Parteitag im Saalbau über die Bühne geht.

Wahlkampf mit Glasperlen und Gratisschnaps

Ob Satire oder nicht - die Partei ist offiziell eingetragen, muss wie SPD oder CDU auch einen Vorstand wählen. Darüber hinaus blickt Benecke auf den NRW-Wahlkampf zurück: Immerhin konnte er mit seiner Taktik - er verteilte Gratis-Glasperlen und Schnaps - 1000 Wähler von sich überzeugen. „Ich hätte Ministerpräsident werden können“, gibt er sich noch heute optimistisch. Auch Bundesvorsitzender Martin Sonneborn richtet am Samstag ein paar kämpferische Worte an die Mitglieder.

In ihrem Slogan wirbt die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative. Ein tierischer Grund also, bei der Reisevereinigung Bottrop vorbeizuschauen; „der größten in Europa, das muss man sich mal vorstellen“, ist Benecke beeindruckt. Der Taubenschau folgt ein kurzer Flug, ehe der Parteitag mit einem Fackelzug auf der Bottroper Halde um 20 Uhr endet.

Wie viele Partei-Anhänger tatsächlich nach Bottrop kommen, kann Benecke schlecht abschätzen: „Vor allem die Berliner und Hamburger Fraktion ist groß und unberechenbar.“

 
 

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