Die Kirchen Cyriakus und Ludgerus in Bottrop sollen bleiben

Stellen das Sparkonzept vor: Theo Kusenberg (Kirchenvorstand), Propst Neumann, Lars Meyer (Pfarrgemeinderat), Thomas Hellbach (Verwaltung).
Stellen das Sparkonzept vor: Theo Kusenberg (Kirchenvorstand), Propst Neumann, Lars Meyer (Pfarrgemeinderat), Thomas Hellbach (Verwaltung).
Foto: Funke Foto Services
Kirche stellt Sparkonzept einer der beiden Großpfarreien vor. Personalabbau soll ohne Kündigungen erfolgen. Etat schrumpft bis 2030 um die Hälfte.

Bottrop..  Die beiden Kirchen St. Cyriakus und St. Ludgerus sollen bleiben. Das jedenfalls schlägt die Koordinationsgruppe von St. Cyriakus vor. Was aus den anderen Kirchen in der Cyriakus-Pfarrei wird und ob diese Vorschläge greifen, entscheidet das Bistum erst noch. Auch der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat kommen vorher noch zu Wort.

Ihre Ideen über die Zukunft der Pfarrei stellte die Koordinierungsgruppe um Propst Paul Neumann jetzt in einer öffentlichen Gemeindeversammlung vor. „Wir wollen nicht hinter einem Vorhang agieren und irgendetwas aus dem Hut zaubern, sondern gemeinsam planen“, sagt Propst Neumannn. Ziel sei nicht der „Rückzug“ der katholischen Kirche, sondern deren Neugestaltung und Umstrukturierung in der Stadt. „Wir möchten die katholische Kirche in Bottrop neu aufstellen. Neue Chancen und Möglichkeiten sollen erwachsen, auch wenn man etwas aufgeben muss“, sagt Neumann.

Dabei sollen die Hände nicht in den Schoß gelegt, aber auch nicht vorschnell gehandelt werden. Bereits 2014 wurden vom Bistum die notwendigen Einsparziele vorgestellt. Danach muss die Pfarrei ihren Etat um die Hälfte kürzen: Bis 2020 sollen 30 Prozent eingespart werden, bis 2030 weitere 20 Prozent. Würde man nichts tun, wäre das kirchliche Vermögen bis 2025 aufgebraucht. Ab 2030 wäre ein jährlicher Verlust von 592 000 Euro zu beklagen. Um das zu verhindern, setzt das Konzept der Arbeitsgruppe unter anderem auf den Abbau nichtpastoralen Personals, aber entlassen werde niemand.

Nach Erreichen des Rentenalters frei werdende Stellen werden nicht mehr besetzt. Außerdem sollen Immobilien zwar nicht unbedingt verkauft, aber möglichst vermietet, verpachtet und umgenutzt werden. Durch die Maßnahmen könne 2030 ein Jahresüberschuss von 54 000 Euro erzielt werden.

Trotz der Einsparungen bleibe St. Cyriakus im gesamten Pfarrgebiet präsent. So wurde St. Suitbert von Privatinvestor Oliver Helmke und den Maltesern übernommen und als Gottesdienststandort gesichert. Die Heilig Kreuz-Kirche hat der Förderverein überregional als „Kulturkirche“ bekannt gemacht.

Neues Stadthaus am Kirchplatz

Für die Erhaltung von St. Ludgerus als Fuhlenbrocker Kirche sprechen das große Außengelände und die Räume für Gemeindeaktivitäten und Büros. Außerdem werden die Sanierungskosten geringer ausfallen als bei St. Bonifatius. St. Cyriakus wiederum hat eine zentrale Lage und sei ideal für die Citypastoral. Am Kirchplatz 2/3 soll ein Nachfolgebau für das katholische Stadthaus entstehen.

Vorher muss die Pfarrei aber noch das katholische Stadthaus verkaufen. Die Verhandlungen laufen intensiv. „Es würde uns gut ins Konzept passen, wenn der Verkauf bis Ende 2016 über die Bühne geht“, sagt Verwaltungsleiter Thomas Hellbach.

 

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